Prophylaxe


Mehrfachschutz für Kinderzähne in nur einem Arbeitsschritt

07.09.2016
aktualisiert am: 08.09.2016

Abb. 1: Der neue innovative Schutzlack Cervitec F.
Abb. 1: Der neue innovative Schutzlack Cervitec F.

Bei bestimmten Patientengruppen, wie beispielsweise kleinen Kindern, kommt es auf einen sehr zügigen Behandlungsablauf an. Bei hohem Kariesrisiko ermöglicht das neue Schutzlacksystem Cervitec F von Ivoclar Vivadent (Ellwangen) einen Mehrfachschutz in nur einem Arbeitsschritt. Die in einem Lacksystem einmalige Kombination von Inhaltsstoffen erlaubt Fluoridierung und gezielte Keimkontrolle in Einem. Dank der einfachen Anwendung und des milden Geschmacks bietet der Schutzlack eine schnelle Lösung mit hoher Akzeptanz in jeder Altersgruppe.

Fluorid und mehr

Fluorid hemmt die Demineralisation und fördert die Remineralisation der Zahnhartsubstanz. Eine gezielte Fluoridapplikation erlauben Lacke, die sich durch eine einfache und sichere Anwendung auszeichnen [1, 2]. Allerdings kann Fluorid nicht in jedem Fall seine Wirkung voll entfalten. Ist das Gleichgewicht der Keimflora zugunsten säurebildender Mikroorganismen außer Balance geraten, stößt Fluorid an seine Grenzen. Im Fall hoher und frequenter Säureproduktion hat es kaum eine Chance, seine schützende Wirkung voll zu entfalten. Diese Situation erfordert den Einsatz von Stoffen wie Chlorhexidin, die die Zahl relevanter Keime kontrollieren. Hat die Gefahr der übermäßigen Erzeugung von Säure abgenommen, kann Fluorid seine Aufgaben besser erfüllen [3, 4].

Schutzlack mit Kombinationswirkung

  • Abb. 2: Mehrfachschutz in einem Arbeitsschritt.

  • Abb. 2: Mehrfachschutz in einem Arbeitsschritt.
Mit Cervitec F steht erstmalig ein Schutzlack auf dem Markt zur Verfügung, der Fluoridierung und Keimkontrolle vereint (Abb. 1). Möglich macht dies die Kombination von 1.400 ppm Fluorid plus 0,3 % Chlorhexidin plus 0,5 % CPC (Cetylpyridiniumchlorid) (Abb. 2) [5]. CPC trägt dazu bei, der Plaque-Entwicklung und gingivalen Entzündungen vorzubeugen, und unterstützt die Wirkung des Chlorhexidins. Alle Komponenten liegen vollständig gelöst vor, sodass das Lacksystem unmittelbar einsatzbereit ist und kontrolliert dosiert aufgetragen werden kann. Es zeichnet sich durch ein optimales Benetzungs- und Fließverhalten aus, sodass es auch an schwer zugängliche Risikostellen gelangt und in poröse Zahnhartsubstanz einfließt. Dadurch erhalten zum Beispiel durchbrechende Zähne oder Fissuren, falls keine Versiegelung möglich ist, den notwendigen Mehrfachschutz (Abb. 3).

Ergebnisse aus der Klinik

Die Resultate klinischer Untersuchungen bei Schulkindern im Alter von 7 bis 14 Jahren zeigen, dass nach Applikation des Schutzlackes das Aufkommen von Mutans-Streptokokken deutlich zurückgeht [6]. Diese Keime gelten als Biomarker für einen Shift des ökologischen Gleichgewichtes in Richtung einer kariogenen Plaque [7]. Dank seiner Zusammensetzung erlaubt das neue Lacksystem eine schonende Kontrolle des Biofilms. Dieser soll nicht gänzlich eliminiert, sondern ein gesundes Gleichgewicht der Keimflora gefördert werden [7]. In diesem Zusammenhang ist folgender Befund der klinischen Studie wichtig: Cervitec F zeigt sich genauso effektiv wie die positive Kontrolle. Damit können in der Praxis Fluoridierung und antibakterielle Strategie in einem Arbeitsgang kombiniert werden [6]. Die Anwender bewerten die Applikation des neuen Lackes als einfach und berichten über eine hohe Akzeptanz seitens der behandelten Kinder und Jugendlichen [6].

Einfache Anwendung

Das Aufbringen des Schutzlackes erfolgt sehr schnell und einfach: Die gereinigten Zahnoberflächen werden mit Watterollen, Wattetupfer oder optional mit Speichelsauger oder Luftbläser relativ trocken gelegt, wobei die Feuchtigkeitstoleranz des Lacksystems hoch ist. Danach wird eine feine Schicht des farblos transparenten Cervitec F aufgetragen (Abb. 4). Diese trocknet innerhalb einer Minute an, und die Watterollen können entfernt werden. Auf ein Ausspülen ist zu verzichten, was dank des milden Geschmackes leicht zu befolgen ist. Mit Essen und Trinken sollte eine Stunde gewartet werden. Die Applikation des Schutzlackes erfolgt normalerweise vierteljährlich. Falls erforderlich, kann sie in kürzeren Abständen erfolgen. Tipp: Falls eine professionelle Zahnreinigung vor der Lackapplikation nicht möglich ist, reicht Zähneputzen völlig aus.

  • Abb. 3: Dank seines Fließverhaltens gelangt Cervitec F auch an schwer erreichbare Risikostellen wie Fissuren. © Dr. T. Repetto-Bauckhage
  • Abb. 4: Das relativ feuchtigkeitstolerante Lacksystem eignet sich für die schnelle Applikation bei durchbrechenden Zähnen. © Dr. T. Repetto-Bauckhage
  • Abb. 3: Dank seines Fließverhaltens gelangt Cervitec F auch an schwer erreichbare Risikostellen wie Fissuren. © Dr. T. Repetto-Bauckhage
  • Abb. 4: Das relativ feuchtigkeitstolerante Lacksystem eignet sich für die schnelle Applikation bei durchbrechenden Zähnen. © Dr. T. Repetto-Bauckhage

Einfache Lösung im Risikofall

Dank der einfachen Anwendung empfiehlt sich Cervitec F für Risikogruppen jeden Alters, bei denen die Applikation möglichst schnell verlaufen muss. Der Lack eignet sich für den Einsatz unter Feldbedingungen, wenn keine Praxiseinrichtung zur Verfügung steht, zum Beispiel in Kindergärten und Schulen, Behinderteneinrichtungen oder in Krankenhäusern.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Gabriele David

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Gabriele David


Weiterführende Links

> Zur Literaturliste

Warum ein sicherer Infektionsschutz für den zuverlässigen Betrieb der Zahnarztpraxis so wichtig ist und wie das am besten gelingt, erfahren Sie auf der Informationsseite
Hygiene schützt Leben‘.

Weitere Informationen

Am 07. April 2020 von 14:00-15:00 Uhr erfahren Sie in unserem kostenlosen Live-Webinar relevante Handlungsempfehlungen für Ärzte und Zahnarztpraxen zum Thema Coronavirus.

Jetzt anmelden

Kennen Sie alle notwendigen Maßnahmen und Verhaltensweisen im Umgang mit COVID-19?

Hier kostenlose Informationen