Parodontologie


Parodontale Erkrankungen, eine Herausforderung für ältere Menschen

Abb. 2: Schonende professionelle Zahnreinigung mit einer bimssteinfreien Prophy-Paste.
Abb. 2: Schonende professionelle Zahnreinigung mit einer bimssteinfreien Prophy-Paste.

Bei ca. 65% der 65- bis 74-Jährigen in Deutschland lautet die Diagnose „Parodontitis“. Eine moderate Form findet sich bei 44,8% der Betroffenen, während 19,8% unter einer schweren Parodontitis leiden (Abb. 1). In der Altersgruppe der 75- bis 100-Jährigen sind sogar neun von zehn Senioren an einer moderaten bzw. schweren Parodontitis erkrankt [1]. Dieser Entwicklung wirksam begegnen können regelmäßige zahnärztliche Kontrolltermine und präventive Behandlungsmaßnahmen, die im Folgenden beschrieben werden. Bereits vorhandene Symptome lassen sich mildern und der Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Bakterieller Biofilm ist ein ernst zu nehmender Risikofaktor. Er kann Entzündungen hervorrufen und damit die parodontale Gesundheit sowie die allgemeine Gesundheit gefährden, beispielsweise beeinflussen sich Parodontitis und Diabetes gegenseitig [2,3].

  • Abb. 1: In Deutschland leiden ca. 65% der 65- bis 74-Jährigen unter einer Parodontalerkrankung [1].

  • Abb. 1: In Deutschland leiden ca. 65% der 65- bis 74-Jährigen unter einer Parodontalerkrankung [1].
    © Ivoclar Vivadent AG

Bakterielle Beläge sammeln sich bevorzugt an Stellen an, die schwierig zu putzen sind und kaum bis gar nicht von Speichel umspült werden. Da mit zunehmendem Alter die motorischen Fähigkeiten und das Sehvermögen bei vielen Menschen nachlassen, steigt die Gefährdung. Aufgeraute Oberflächen der Zahnhartsubstanz, von Füllungen oder prothetischen Versorgungen begünstigen die Haftung und Vermehrung bakterieller Beläge [4].

Gefährdete Stellen kennen

Für die Gesundheit des Zahnhalteapparates spielen die professionelle Zahnreinigung sowie die konsequente persönliche Zahn- und Mundpflege eine Schlüsselrolle, wobei der Reinigung der Interdentalräume besondere Bedeutung zukommt [1]. Die Notwendigkeit der Maßnahmen und den Nutzen regelmäßiger Kontrolltermine können Patienten besser nachvollziehen, wenn sie wissen, wo potenziell gefährdete Stellen liegen. Hilfreich erweist sich in diesem Zusammenhang das Anfärben des Biofilms, z.B. mit der Indikatorflüssigkeit Plaque Test von Ivoclar Vivadent (Ellwangen). Unter Blaulicht fluoreszieren die Beläge gelbgrün, wobei vor allem lebende Bakterien markiert sind. Erfolge der zahnärztlichen wie der persönlichen Maßnahmen lassen sich klar verdeutlichen. Das steigert die Motivation, die eingeschlagene Behandlungsstrategie weiterzuverfolgen.

Regelmäßige professionelle Zahnreinigung

Die professionelle Zahnreinigung sollte als langfristig immer wiederkehrende Behandlung effektiv und schonend zugleich verlaufen. Ein unnötiges Aufrauen der Zahnhartsubstanz und Restaurationsmaterialien ist unbedingt zu vermeiden, um die Ansiedelung bakterieller Beläge nicht zu fördern [4]. Mit einem weichen Kelch und einer bimssteinfreien Prophy-Paste wie der feinen Proxyt von Ivoclar Vivadent lassen sich bakterielle Beläge so entfernen, dass auch im Vergleich zum harten gesunden Zahnschmelz weniger widerstandsfähige Oberflächen des Zahnhalses oder von Restaurationen glatt bleiben (Abb. 2) [5]. Ist der Einsatz abrasiverer Reinigungsmittel erforderlich, sollte im Anschluss an ihre Verwendung eine glättende Politur erfolgen. Die Applikation eines chlorhexidinhaltigen Schutzlackes oder eines Mundpflege-Gels kann die professionelle Behandlung abrunden (Abb. 3) [6,7].

  • Abb. 3: Zum Abschluss der professionellen Zahnreinigung wird ein Schutzlack mit Chlorhexidin entlang des Gingivalsaumes appliziert.

  • Abb. 3: Zum Abschluss der professionellen Zahnreinigung wird ein Schutzlack mit Chlorhexidin entlang des Gingivalsaumes appliziert.
    © Dr. F. Zimmerling

Empfehlung für die persönliche Mundpflege

Für den Behandlungserfolg und seine nachhaltige Sicherung ist die persönliche Zahn- und Mundpflege von zentraler Bedeutung. Neben Zahnbürste und Zahnpasta kommen ergänzende Hilfsmittel wie Interdentalbürste oder Floss sowie Präparate wie Spüllösungen oder Gele zum Einsatz, z.B. Cervitec Gel von Ivoclar Vivadent.

Das Mundpflege-Gel enthält neben Fluorid und Chlorhexidin zusätzlich Xylit und D-Panthenol. Xylit kann zur Reduktion des Biofilms beitragen. Es regt den Speichelfluss an und sorgt für einen angenehm kühlenden Effekt [8]. Das Provitamin D-Panthenol befeuchtet Zahnfleisch und Mundschleimhaut, hält die Gewebe geschmeidig und unterstützt die Regeneration [9]. Die geschmeidige Konsistenz von Cervitec Gel begünstigt ein schnelles Auftragen direkt auf Gingiva und Mukosa sowie ein präzises Aufbringen auf die Interdentalbürste oder Floss und ein einfaches Verteilen im Zahnzwischenraum (Abb. 4 u. 5). Die geeigneten Interdentalbürsten sind vorab auszuwählen und im Verlauf der Kontrolltermine zu überprüfen, da sich der Abstand der Zähne ändern kann. Gegebenenfalls kommen Bürsten mit anderem Durchmesser zum Einsatz. Die richtige Handhabung sollte mit dem Patienten trainiert werden, was auch für die Anwendung von Floss gilt.

  • Abb. 4: Das Mundpflege-Gel lässt sich präzise auf die Interdentalbürste aufbringen.
  • Abb. 5: Die geschmeidige Konsistenz von Cervitec Gel begünstigt das einfache Verteilen im Zahnzwischenraum.
  • Abb. 4: Das Mundpflege-Gel lässt sich präzise auf die Interdentalbürste aufbringen.
  • Abb. 5: Die geschmeidige Konsistenz von Cervitec Gel begünstigt das einfache Verteilen im Zahnzwischenraum.

Cervitec Gel eignet sich auch zum Zähneputzen: das Gel abends anstatt der Zahnpasta verwenden und morgens die Zähne wie immer mit der gewohnten Zahnpasta reinigen. Bei diesem Vorgehen sind normalerweise keine Verfärbungen der Zähne zu erwarten. Nach der Gel-Anwendung oder dem Zähneputzen nicht ausspülen, nur ausspucken. Dies verstärkt den pflegenden Effekt. Da die Furchen der Zunge ein ideales Reservoir für Bakterien bilden, sollte das Mundpflege-Gel mit einer weichen Zahnbürste oder einem speziellen Zungenreiniger zusätzlich auf dem Zungenrücken verteilt werden. 

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Literaturverzeichnis

[1] Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ): Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V). Kurzfassung August 2016.

[2] Mombelli A: Periodontitis as an infectious disease: specific features and their implications. Oral Dis 2003;9 Suppl 1:6-10.

[3] P reshaw PM, Alba AL, Herrera D, Jepsen S, Konstantinidis, Makrilakis K, Taylor R: Periodontitis and diabetes: a two-way relationship. Diabetologia 2012;55:21-31.

[4] Teughels W, Van Assche N, Sliepen I, Quirynen M: Effect of material characteristics and/or surface topography on biofilm development. Clin Oral Impl Res 2006; 17 (Suppl 2);68-81.

[5] Lendenmann U, David G, Gigerl S, Schwenninger M, Roulet J-F: Oberflächeneffekte von Prophylaxepasten auf Komposite. Prophylaxe impuls 2011;15:71-76.

[6] A nand V, Govila V, Gulati M, Anand B, Jhingaran R, Rastogi P: Chlorhexidine-thymol varnish as an adjunct to scaling and root planning: A clinical observation. J Oral Biol Craniofac Res 2012;2:83-89.

[7] Hallström H, Lindgren S, Twetman S: Effect of a chlorhexidine-containing brush-on gel on peri-implant mucositis. Int J Dent Hyg 2015; doi: 10.1111/idh.12184.

[8] Mäkinen KK: Sugar alcohols, caries incidence, and remineralization of caries lesions: a literature review. Int J Dent 2010; doi: 10.1155/2010/981072.

[9] Björklund S, Dat Pham Q, Bastholm Jensen L, Østergaard Knudsen N, Dencker Nielsen L, Ekelund K, Ruzgas T, Engblom J, Sparr E: The effects of polar excipients transcutol and dexapanthenol on molecular mobility, permeability, and electrical impedance of the skin barrier. J Colloid Interface Sci 2016;479:207-220.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Gabriele David