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Standespolitische Förderung allein reicht nicht: Verband der Zahnärztinnen ruft zu mehr Mut auf

15.10.2018

Dr. Anke Klas, Präsidentin des Verbandes der Zahnärztinnen, fordert mehr Mut zur repräsentativen Besetzung der standspolitischen Gremien.
Dr. Anke Klas, Präsidentin des Verbandes der Zahnärztinnen, fordert mehr Mut zur repräsentativen Besetzung der standspolitischen Gremien.

Mit verhaltenem Beifall gratuliert der Verband der Zahnärztinnen/VdZÄ dem Freien Verband Deutscher Zahnärzte/FVDZ zu dem bei der zurückliegenden Hauptversammlung in Lübeck erfolgreich unterstützten Antrag „Zukunft aktiv gestalten“: Ziel des Antrags ist es, „den standespolitischen Nachwuchs gemeinsam aktiv zu fördern“, der zahnärztliche Berufsstand müsse „geschlechts- und generationenübergreifend die Rahmenbedingungen für die Ausübung des Berufes“ gestalten.

Dieses Ziel teilt der VdZÄ, wie seiner Presseinformation vom 24. September zu entnehmen ist, geht aber einen entscheidenden Schritt weiter: „Fördern reicht nicht“, sagt Dr. Anke Klas, Präsidentin des VdZÄ, „wenn nicht zugleich gefordert wird, dass die Förderung auch Folgen hat für die aktive Mitarbeit in der standespolitischen Arbeit für die Kolleginnen und Kollegen. Das heißt: gesicherte Plätze für Zahnärztinnen und die junge Berufsgeneration in den entscheidenden Gremien der Selbstverwaltung und Berufsverbände.“

Neu sei zudem die soeben beschlossene Förderung auch nicht: Seit Jahren unterstützt der FVDZ Teilnehmer an der AS Akademie – eine Institution, die auch seitens des VdZÄ wertgeschätzt wird: „Unter uns vier Zahnärztinnen im Präsidium des VdZÄ haben zwei die dortige Ausbildung absolviert und eine weitere ist derzeit im Curriculum – eine intensivierte Zusammenarbeit mit der AS Akademie ist bereits beschlossen und wird derzeit programmatisch mit Maßnahmen gefüllt.“

Kritisiert wird der Beschluss der FVDZ Hauptversammlung vor allem wegen seiner Halbherzigkeit: „Wir hätten uns von Vorstand und Delegierten mehr Mut gewünscht, nicht nur allgemeingültige Forderungen zu erheben, denen vermutlich jeder Zahnarzt und jede Zahnärztin zwischen Flensburg und Garmisch zustimmen kann – sofern man sich nicht sichtbare Konsequenzen wünscht!“ Es wäre ein gutes Signal an die Kolleginnen und die junge Berufsgeneration gewesen, wenn der Vorstand nicht nur selbstverständliche Anträge unterstützt hätte, sondern auch solche, die die eigene Verbandsführung betreffen: Unter seinen elf Vorstandsmitgliedern befindet sich lediglich eine einzige Kollegin, und auch die jungen Kolleginnen und Kollegen sind nicht repräsentativ sichtbar.

„Wir hoffen“, so Dr. Klas, „dass wir im November in Frankfurt bei den großen Versammlungen anlässlich des Deutschen Zahnärztetages erleben können, dass unsere gewählten Standesvertreter bei Kammern, KZVen, BZÄK und KZBV mehr Mut und Weitsicht aufbringen. Dass das Thema Gleichstellung und, wie wir seitens des VdZÄ als moderate Zwischenlösung vorschlagen, eine ‚Übergangsquote’ überfällig ist, zeigen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik auch außerhalb der Zahnmedizin sehr eindrucksvoll.“

Die Zukunft des Berufsstandes

Die Gestaltung einer solchen Aufgabe sei ohne die Einbeziehung der Kolleginnen und der jungen Zahnärzteschaft in die Entscheider-Gremien nicht denkbar. Der Beschluss zur „Übergangsquote“ müsse nun in Kürze in Frankfurt fallen, damit die Kolleginnen und die junge Zahnärztegeneration entsprechend trainiert und die notwendigen Strukturen optimiert werden können. 

„Die gläserne Wand muss weg – unsere freiberufliche Zukunft braucht gerade jetzt Ideen, Motivation und Erfahrung aller Generationen, der Zahnärztinnen und Zahnärzte, der Wissenschaft und der Praxis – und das Zusammenrücken, um uns gegen infiltrierende Angriffe zu wehren. Wir fordern BZÄK und KZBV auf: Sagen Sie Ja zu diesem Konzept und zur ‚Übergangsquote’, damit wir endlich mit der Umsetzung und der repräsentativen Gestaltung unserer Interessenvertretung beginnen können!“

Quelle: Verband der Zahnärztinnen

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