Wohlfühlen


Das perfekte, dezente Make-up im Praxisalltag

16.03.2015

Abb.1: Petra Göttsche zeigt der Praxismitarbeiterin ihr persönliches Make-up.
Abb.1: Petra Göttsche zeigt der Praxismitarbeiterin ihr persönliches Make-up.

Der stete Patientenkontakt fordert vom gesamten Team ein gepflegtes Aussehen. Dazu zählt auch ein dezentes Make-up der Mitarbeiterinnen. Farbberaterin und Visagistin Petra Göttsche beschäftigt sich seit rund 30 Jahren mit der Wirkung von Farben und Make-up. Für das Team der Zahnarztpraxis hat sie typgerechte Make-up-Vorschläge und spezielle Tipps und Tricks parat.

Die Definition des Farbtyps

Die vier geläufigen Farbtypen sind nach den Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter benannt; es gibt zwei „warme“ und zwei „kalte“ Farbtypen. Ob man nun eher zu den kühlen oder warmen Farbtypen zählt, sollte man wissen, wenn man sich für Make-up oder Kleidung entscheidet. Für die Bestimmung des Typus gelten die Haarfarbe (die natürliche), die Augenfarbe und die Hautfarbe als die wichtigsten Anhaltspunkte.

Die warmen Farbtypen

Frühling
Diese Menschen haben helle Haare, die Augenfarbe grün, braungrün, hellbraun oder bernsteinfarben; sie besitzen einen hellen Teint (geht ins Gelbliche), meist Sommersprossen und ihre Haut ist sehr sonnenempfindlich und sensibel. Besonderes Merkmal: Irischer Einschlag.

Herbst
Der Herbsttyp hat dunklere Haare, die Augenfarbe braun, grün, braungrün oder graugrün, einen dunkleren Teint (geht ins Gelbliche), stark pigmentiert. Die Haut ist sensibel und sehr sonnenempfindlich.

  • Abb.2: Make-up-Profis verwenden losen Puder.

  • Abb.2: Make-up-Profis verwenden losen Puder.
Die kühlen Farbtypen

Sommer
Der Sommertyp hat helle Haare. Die Augen sind blau, blaugrau, grau oder hellbraun. Die Haut ist hell, geht ins Bläuliche. Sie ist recht sensibel und sonnenempfindlich. 80 % aller Menschen, die zu diesem Typ zählen, wohnen in Nordeuropa.

Winter
Diese Menschen haben dunkle Haare. Die Augenfarbe ist braun, dunkelbraun, grau oder graubraun. Sie haben einen dunklen Teint (geht ins Bläuliche) oder aber einen sehr hellen („Schneewittchen“). Ihre Haut bräunt schnell.

Es gibt Menschen, die man weder eindeutig einem kühlen oder einem warmen Farbtyp zuordnen kann, d. h., diese Menschen können alle Farben tragen. Allerdings sollten sie darauf achten, entweder nur warme oder nur kühle Farben zu wählen und diese nicht zu mischen. Die Farbberatung hat immer bei Tageslicht zu erfolgen. Bei der Einzel-Farbberatung sind Fragen nach der Sonnenempfindlichkeit, nach Sommersprossen und Veränderung der Haarfarbe unter Sonneneinwirkung zur Typbestimmung sehr hilfreich. Eher unkonventionell erscheint vielen die Frage: Welche Farbe haben Sie als Kind beim „Mensch ärgere Dich nicht“-Spiel gewählt? Die Antwort ist für die Beratung aber sehr interessant, da Kinder meist zur für sie passenden Farbe greifen. Dabei steht blau für „kühl“, gelb für „warm“; rot und grün sind neutral. Näher bestimmt wird der Farbtyp mithilfe eines goldenen und eines silbernen Tuches, das jeweils über das Dekolleté gelegt wird. Gold passt zu warmen Farbtypen, Silber zu kühlen. Mit dem passenden Tuch erstrahlen der Teint und die Augen; die gesamte Person erscheint attraktiver. Passt das Tuch nicht, sieht die Haut fahl aus, die Gesichtszüge „fallen nach unten“, Augenschatten erscheinen tiefer und Fältchen treten hervor; die Zähne wirken gelblich. Bei einem neutralen Farbtyp lassen beide Tücher keinen Unterschied erkennen. Die Farbtypzuordnung ist der Tabelle zu entnehmen.

Unsere Haut braucht Schutz

Als primärer Schutz für die Haut bietet sich eine Tagescreme an, die das Eindringen der Farbpigmente des Make-ups in die Haut verhindert. Darüber kann dann das Make-up aufgebracht werden. Vor dem Schlafengehen ist die Gesichtshaut hiervor zu reinigen und eine Pflege muss aufgetragen werden.

Was gepudert ist, hält

Wenn eine Frau sich schminken möchte, muss sie zunächst überlegen, welche Grundierung zu ihr passt. Ein Make-up sollte beinahe unsichtbar sein: Verstreicht man die Grundierung über das Kinn, sollten Hals und Gesicht eine farbliche Einheit bilden und nirgendwo Ränder zu sehen sein. Der Profi besitzt zwei unterschiedliche Make-up-Farben: einen helleren Ton für den Winter und einen dunkleren für den Sommer. Diese Farbtöne sollte man nicht zu dunkel wählen, da ein zu dunkles Make-up eine Frau älter aussehen lässt. Nach dem Auftragen der Grundierung noch sichtbare Augenschatten können mit einem Concealer abgedeckt werden. Auf das Augenlid wird eine Base für den Lidschatten aufgetragen, damit dieser sich im Laufe des Tages nicht in der Lidfalte absetzt. Make-up-Profis verwenden für das Fixieren ausschließlich losen, transparenten Puder, der das Make-up haltbar macht. Wird nicht gepudert, verwischt es, zieht ein, färbt ab und ist irgendwann verschwunden. Puder bringt man mit einer Quaste von oben nach unten auf das Gesicht auf. Die Richtung ergibt sich aus der Wuchsrichtung der Härchen im Gesicht. Puder, der nach einer kurzen Einwirkzeit nicht eingezogen ist, wird mit einem Pinsel von oben nach unten verstrichen.

Schöne Augen

Lidschatten sollte mindestens zwei Farbtöne beinhalten: einen helleren und einen dunkleren Ton. Wird nur ganz heller Lidschatten verwendet, wirken die Augen wie große Clownsaugen; beim Einsatz von nur dunklem Lidschatten ähneln die Augen Kohlestückchen. Für den Auftrag des Augen-Make-ups werden unterschiedliche Techniken verwendet. Die Bogentechnik empfiehlt sich für große Augen: Ein mittlerer Ton wird von innen nach außen auf das bewegliche Lid aufgetragen. Auf die Lidfalte von außen nach innen folgt ein dunkler Farbton und ein ganz heller Ton wird als Highlight an die höchste Stelle unter die Augenbraue gesetzt. Bei kleineren, tief liegenden Augen erreicht man mit der Fächertechnik attraktive Effekte. Die Nase bildet die Symmetrieachse des Fächers. Von dort aus werden drei unterschiedliche Farbschattierungen von innen nach außen fächerartig bis zur Augenbraue hochgezogen – ein mittlerer, ein heller und zum Schluss ein dunkler Ton. Brillenträgerinnen sollten einen dunklen Ton in den äußeren Augenwinkel geben. Für alle Augen-Make-ups gilt: Zum Schluss die Farben ein wenig verwischen.

  • Abb.3: Lippenstift soll idealerweise mit einem Lippenpinsel aufgebracht werden.

  • Abb.3: Lippenstift soll idealerweise mit einem Lippenpinsel aufgebracht werden.
Kajal und Co. – in Maßen

Große Augen vertragen mehr Farbe als kleine. Sie können mit einem dunklen Kajal umrandet werden. Am Unterlid wird der Kajal auf das sogenannte Treppchen gesetzt. Bei kleinen Augen muss vorsichtig gearbeitet werden. Auf dem Oberlid sollte man auf Kajal und Eyeliner verzichten und auf das Unterlid einen hellen Kajal, wie z. B. Silber, setzen. Ein dunkler Ton darunter bewirkt, dass das Auge groß und strahlend erscheint. Die Farben schwarz oder grau sind eine sichere Wahl, während Brauntöne bei vielen Frauen den Effekt „verweinter“ Augen hervorrufen. Wimperntusche sollte stets sparsam und in bewährter Abfolge aufgetragen werden: Erst werden die unteren Wimpern getuscht, dann die oberen, sonst können versehentlich Farbpünktchen auf die Haut gelangen. Gut getuschte Wimpern sind fein und getrennt und lassen die Augen erstrahlen. Für die Zahnarztpraxis bieten sich wasserfeste Produkte an, die dem unvermeidlichen Sprühnebel trotzen. Die wasserfeste Wimperntusche muss abends mit einem speziellen Reiniger entfernt werden. Die Augenpartie ist sehr empfindlich und sollte daher mit Augencreme gepflegt werden.

Rouge und Lippenrot

Für ein perfektes Lippenrot wird zuerst der Konturenstift aufgetragen, danach der Lippenstift. Der Lippenkonturenstift ist eine sinnvolle Erfindung, da er eine schöne, gleichmäßige Kontur zaubert. Auf den Lippenstift wirkt er wie eine Barriere. So wird verhindert, dass Lippenstift in eventuell vorhandene senkrechte Fältchen über der Oberlippe läuft. Zudem füllt der Konturenstift kleine Lücken in der Lippenkontur auf und das Lippen-Makeup bleibt länger erhalten. Ein Trick für das Auftragen: „A–B–C“ sagen; so erkennt man, ob die Kontur perfekt gezeichnet ist, und bei Tageslicht prüfen, ob die Zähne gelb wirken. Dann ist der Blauanteil in der Farbe zu hoch. Lippenstift trägt man nach Aufbringen des Konturenstifts mit einem Lippenpinsel auf. Profis arbeiten nicht mit Lipgloss, sondern ausschließlich mit klassischen Lippenstiften, da diese besser haften. Stay-on-Lippenstifte sind nicht zu empfehlen, da sie die Lippen austrocknen; zudem ist die Farbauswahl beschränkt. Für das Praxis- Make-up eignet sich der neutrale Lippenstift-Ton ohne Glanz und Perl. Die Farbe des Konturenstifts sollte entweder zur Lippenstiftfarbe passen oder neutral gewählt werden. Bei schmalen Lippen verwendet man einen etwas dunkleren Konturenstift, um diesen mit einem hellen Lippenstift auszumalen. Dadurch wirken die Lippen voller. Bei einem kleinen Mund sollte man keine zu dunklen Farben verwenden. Abschließend kann man die Wirkung der Lippenstiftfarbe auf die Zahnfarbe überprüfen; sieht der Mund schön geschminkt aus, jetzt das Make-up mit Puder fixieren. Das Make-up ist nun beinahe fertig; lediglich ein wenig Rouge kann noch ergänzt werden. Puderrouge, mit dem Pinsel aufgetragen, hat gegenüber Cremerouge den Vorteil, nicht zu verwischen oder abzufärben. Bei der Farbauswahl sollte man auf den eigenen Teint achten. Manche Farben verbieten sich, da sie künstlich wirken: Niemand errötet orange oder pink. Je nach Gesichtsform wählt man die passende Technik: klassisch, tief oder „Zange“. Bei hohen Wangenknochen kommt die klassische Technik zum Einsatz, d. h., ausgehend von den Wangenknochen wird das Rouge schräg nach oben aufgepinselt. Runde Gesichter fordern die tiefe Technik: Ein Schatten wird unter den Wangenknochen gesetzt, da so das Gesicht schmaler wirkt. Herzförmige Gesichter profitieren von der sogenannten Zange: Rouge um die Augen herum verteilen wie eine Zange. Frauen mit eher kleinen Gesichtern verzichten besser auf Rouge. Fertig geschminkt? Dann nicht vergessen, abschließend noch einmal abzupudern.

Wichtiges für das Praxis-Make-up

Make-up kann in zwei Hinsichten unterstützen: emotional sowie als Schutz der Haut vor Umwelteinflüssen. Produkte mit Glitzerpartikeln und dunkler Puder sollten keinesfalls für das Praxis-Make-up verwendet werden. Ebenfalls darf Nagellack in medizinischen Berufen aus hygienischen Gründen nicht benutzt werden.

 

 

 

 

 

 


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