Praxismangement


Plötzlich Führungskraft – als Praxisinhaber den Teamgeist fördern

24.09.2013

Ein Team zu führen, ist eine große Herausforderung. Den Teamgeist jedes Einzelnen zu stärken, rückt im Praxisalltag oft in den Hintergrund. Aber je stärker der Teamgeist, desto leichter fällt es den Mitarbeitern, die gesetzten Ziele zu erreichen. Dazu braucht es loyale und engagierte Angestellte. Wie man aus der Summe der Angestellten ein gutes Team formen und an die Praxis binden kann, soll nachfolgend beschrieben werden.

Das Modell der transformationalen Führung setzt hier an. Es basiert auf authentisch gelebten Werten, die als „Stilregeln“ im Team fungieren. Dazu gehören Vertrauen, Wertschätzung, Toleranz gegenüber unterschiedlichen Verhaltenspräferenzen, Loyalität und Respekt. Diese Werte muss der Praxisinhaber natürlich als Vorbild glaubhaft vorleben. Indem man den Mitarbeitern in wiederkehrenden Einzelgesprächen Ziele setzt, sorgt man für deren Erfolgserlebnisse. Den Mitarbeitern werden die notwendigen Ressourcen (z.B. Weiterbildungen, Abonnements von Fachzeitschriften) zum Erreichen der vereinbarten Ziele von der Praxis zur Verfügung gestellt. Das Handeln und Denken sollte an wirtschaftliche Konsequenzen geknüpft sein. Der Zahnarzt als Führungskraft sollte daher Veränderungs- (z.B. Ereignisprotokolle) und Verbesserungsinitiativen (z.B. Ideenblätter) fördern.

Mihály Csíkszentmihályi, Begründer des Flow-Prinzips, hat in seiner Studie die gelebten Werte herausragender Unternehmenspersönlichkeiten untersucht. Er stellte fest, dass individuelle Persönlichkeitsmerkmale wie Ehrgeiz, Optimismus und Energie das Führungsverhalten positiv beeinflussen. Identifiziert sich der Praxisinhaber mit bestimmten Werten, wirkt er automatisch glaubhaft und muss sich nicht zusammenreißen, um „authentisch rüberzukommen“.

Wenn Patienten die Praxis wechseln, so liegt das in 33 % der Fälle an einem unhöflich und gleichgültig wirkenden Team. Nur in 3 % der Fälle liegt es an zu hohen Preisen oder zu schlechter Qualität, soweit der Patient dies beurteilen kann. Patienten- und Mitarbeiterloyalität bilden eine Symbiose und verstärken sich gegenseitig – im Positiven und im Negativen.

Emotionale Begeisterungs- und Bindungsfaktoren für ein motiviertes Team

1. Gerecht und fair zu allen Teammitgliedern

Um Missstimmungen in der Gruppe zu vermeiden, werden keine Mitarbeiter bevorzugt. Fühlt sich jemand schlecht behandelt, wird sich das „aufschaukeln“ und negativ auf die Arbeitsatmosphäre auswirken.

2. Lobkultur als Motivation

Die Stärken und erbrachten Leistungen der einzelnen Mitarbeiter werden anerkannt. Komplimente werden regelmäßig bei den Teambesprechungen ausgesprochen, um sich zum einen beim Team für die gute Arbeit zu bedanken und zum anderen das Team für eventuelle Kritik zu öffnen.

3. Die Kommunikation fördern

Die Kommunikation unter den Teammitgliedern kann durch einen monatlichen Teamstammtisch gefördert werden. Mangelt es an der internen Kommunikation, nimmt auch die Fehlerhäufigkeit zu.

4. Gemeinsame Unternehmungen


Unternehmungen außerhalb der Arbeitszeit eignen sich gut, die im Team arbeitenden Kollegen zusammenzuschweißen. Außerhalb des Praxisalltags lässt es sich ungezwungener plaudern und alle lernen sich näher kennen.

5. Ein gutes Betriebsklima

Das Betriebsklima ist maßgeblich dafür verantwortlich, ob sich das Team wohlfühlt oder eben nicht. Ein Dankesbrief zum ersten Gehalt, eine „Viel-Spaß-Karte“ beim Antritt des Jahresurlaubs, ein geschenkter Urlaubstag, ein Eis zum Sommeranfang oder eine schöne Kerze zum ersten Advent tragen dazu bei, dass jedes einzelne Teammitglied gerne zur Arbeit kommt.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Nicole Graw