Prophylaxe


Ultraschall in der Prophylaxe - ein Erfahrungsbericht

Abb. 1: Das Ultraschallgerät Cavitron mit den verschiedenen Inserts.
Abb. 1: Das Ultraschallgerät Cavitron mit den verschiedenen Inserts.

Im Rahmen der Prophylaxe ist der Verlust von Wurzelzement bei Nutzung von Ultraschall zehnfach geringer als bei der Nutzung einer Kürette und achtfach kleiner als bei der Nutzung eines Sonic Scalers (Ritz et al. 1991). Ein wichtiger Grund für unsere Autorin Susanne Steindam, sich im Berufsalltag näher mit dem Thema „Ultraschalltechnik in der Zahnreinigung“ zu beschäftigen. Im Folgenden beschreibt sie die Vorzüge des Ultraschallgerätes Cavitron (Hager & Werken) für Behandler und Patienten.

Das Cavitron wird magnetostriktiv mit einer Frequenz von 25–30 kHz betrieben (Abb. 1). Elektrische Energie wird innerhalb des Handstücks durch das ferromagnetische Metallbündel am Insert und eine im Handstück verbaute Kupferspule in Magnetostriktion umgewandelt. Diese bringt dann die mechanische Energie an die Spitze des Inserts und versetzt sie so in Bewegung. Die meist runden Spitzen der Inserts beschreiben eine elliptische Form (Abb. 2).

  • Abb. 2: Elliptische Form der meist runden Insertspitzen.

  • Abb. 2: Elliptische Form der meist runden Insertspitzen.
    © Steindam

Bei der Behandlung mit dem Cavitron-Gerät erlebe ich einige Vorzüge: Die Akzeptanz der Patienten gegenüber diesem Verfahren war von Anfang an sehr groß. Die Geräuschentwicklung ist angenehm, und da sich das Wasser zur Kühlung des Instruments am Lamellenbündel erwärmt, sind die Sensibilitäten der Patienten kaum noch vorhanden. Da es zu deutlich weniger Weichteilirritationen kommt, ist auch die Blutungsneigung während der Behandlung deutlich verringert.

Das sind die Vorteile für den Patienten, aber auch ich bin von den Vorzügen dieses Gerätes überzeugt. Die Sensibilität, mit der es sich arbeiten lässt, die deutlich geringere Blutungsneigung während der Behandlung, das ermüdungsfreie Arbeiten, da das Gerät sehr ausgewogen in der Hand liegt, und vor allem die sehr gründliche, schonende, aber sehr effektive mechanische Reinigung der Wurzeloberflächen beeindrucken mich. Verbunden mit der Irrigation und Kavitation des Sulcus und der Taschen und dem akustischen Microstreaming ist dies genau das, was ich für die erfolgreiche Behandlung meiner Patienten immer erhofft hatte.

Verschiedene Inserts für verschiedene Indikationen

Die verschiedenen Inserts mit ihren Indikationen ermöglichen die Bearbeitung aller Flächen der Zähne in einem optimalen Winkel. Die Powerline Inserts eignen sich zur Grobentfernung von mittelstarken bis starken Konkrementen und Zahnstein mit rundem Querschnitt im supragingivalen Bereich. Das einfach gebogene Insert eignet sich für die Entfernung von leichten bis mittleren Belägen, das zweifach gebogene Insert für den Einsatz bei moderaten oder starken Zahnsteinablagerungen und das dreifach gebogene erleichtert den Zugang zu lingualen bzw. palatinalen Zahnflächen.

Ebenfalls gehört in die Reihe der Powerline Inserts der sogenannte Biberschwanz. Er dient zum Entfernen von sehr grobem Zahnstein oder massiven Überhängen.

  • Abb. 3: Das THINsert ermöglicht eine maximale Zugänglichkeit.

  • Abb. 3: Das THINsert ermöglicht eine maximale Zugänglichkeit.
    © Steindam

Das THINsert ist deutlich (40%) dünner als das Slimline, gerade und ermöglicht so eine maximale Zugänglichkeit bei straffem Gewebe, Approximalflächen und bei engen Wurzelabständen (Abb. 3). Ich benutze es auch nach jeder Reinigung und bei jedem Débridement zum Abschluss der Behandlung. Durch die Taktilität der feinen Spitze lassen sich sehr gut auch noch kleinste Konkremente ertasten, und da das THINsert auf allen Leistungsstufen einsetzbar ist, können diese dann auch sofort ohne einen erneuten Instrumentenwechsel entfernt werden.

Die Slimline Inserts zur Entfernung von leichten Konkrementen, Biofilm und Endotoxinen sind rechts oder links gebogen (geringere Leistung erforderlich). Die Biegung verbessert die Adaption an die Konturen des Zahnes und die Furkationen. Das einfach gebogene Insert ermöglicht einen guten Tiefenzugang und das dreifach gebogene bietet eine deutlich verbesserte Interproximalanpassung. Verschiedene Insertformen sind notwendig, da zur Entfernung des Biofilms die aktive Spitze die Oberfläche des Zahnes berühren muss.

Der Cavitron SofTip ist zur sanften Entfernung von weichen Belägen und Konkrementen an Implantaten und Abutments entwickelt worden. So lassen sich auch die Vorteile von Irrigation und Acoustic Microstreaming bei der Reinigung von Implantaten nutzen. Ebenfalls eignet er sich hervorragend zur schonenden Reinigung von Vollkeramikversorgungen (Abb. 4).

  • Abb. 4: Der Cavitron SofTip ist zur sanften Entfernung von weichen Belägen und Konkrementen an Implantaten und Abutments entwickelt worden.

  • Abb. 4: Der Cavitron SofTip ist zur sanften Entfernung von weichen Belägen und Konkrementen an Implantaten und Abutments entwickelt worden.
    © Steindam

Mit Messkarten den Abnutzungsgrad bestimmen

Bei den Cavitron-Geräten lässt sich die Amplitude, also die Leistungseinstellung, sehr einfach über einen Drehknopf regeln. Geringere Leistung bedeutet kürzere, schwächere Hübe, eine höhere Leistung bedeutet längere, stärkere Hübe. In der Behandlung mit Ultraschall-Scaling genügen mittlere bis geringe Leistungen, da höhere Leistungen weder mehr Konkremente entfernen noch für ein besseres klinisches Ergebnis sorgen. Auch die Durchlaufmenge des Wassers ist sehr einfach direkt am Handstück zu regeln. Eine Wassermenge, die Sprühnebel und eine leichte Tropfenbildung erzeugt, ist ausreichend und ermöglicht ohne großen Aufwand durch Absaugung die Behandlung durchzuführen. Patienten empfinden dieses als sehr angenehm.

  • Abb. 5: Mit Messkarten lässt sich der Abnutzungsgrad der Inserts einfach bestimmen.

  • Abb. 5: Mit Messkarten lässt sich der Abnutzungsgrad der Inserts einfach bestimmen.
    © Steindam

Die Akzeptanz der Ultraschallbehandlung mittels Cavitron ist bei allen Patientengruppen groß. Ob Zahnreinigung im Recall, Behandlung von Parodontopathien oder die Entfernung von Zahnstein – das Cavitron mit seiner magnetostriktiven Ultraschalltechnik ist ein kompetenter und guter Partner in der Praxis. Das Gerät ist gut zu warten und hygienetechnisch zu pflegen. Auch liegen für die Inserts Messkarten vor (Abb. 5), mit denen man sehr einfach bestimmen kann, ob es zu Abnutzungen am Insert kommt. Abnutzungen verringern die Effektivität der Ansätze. Anhand dieser Messkarten lässt sich bestimmen, wann ein Insert an Effektivität verliert und ausgetauscht werden muss. 

Firmenkontakt: www.hagerwerken.de

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Susanne Steindam


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