Prophylaxe

Ultraschalltherapie mit Aerosolmanagement

Sichere Cavitron-Anwendung in Zeiten von COVID-19

08.09.2020

Cavitron Dual Select.
Cavitron Dual Select.

Ein Virus lässt uns umdenken, umorganisieren, optimieren, aber nicht stillstehen. Mit den Spendersystemen für medikamentöse Spüllösungen Cavitron Dual Select und dem autarken Cavitron Select SPS (Hager & Werken) sind antibakterielle Maßnahmen jederzeit und in allen Bereichen der Ultraschalltechnologie durchführbar – minimieren Sie die Keimlast im Aerosol bei der PZR und der PA. Silvia Geiger, Referentin für Prävention, Parodontologie und Chirurgie, berichtet im Folgenden von ihren Erfahrungen.

Cavitron Select SPS und Dual Select (in Verbindung mit allen Cavitron-Ultraschallgeräten, dem Cavitron sowie Cavitron Prophy Jet-Gerät) bieten folgende Vorteile:

  • Der transportable Ultraschall-Scaler Cavitron Select SPS

  • Der transportable Ultraschall-Scaler Cavitron Select SPS
    © Hager & Werken

  • Reduktion der Bakterien im Sprühnebel, dies minimiert für Sie die Gefahr der Kreuzinfektionen, z. B. in der Erkältungszeit
  • Effektive Bekämpfung parodontalpathogener Keime
  • Unterstützende Wirkung der Parodontaltherapie
  • Keimreduktion im jeweils verbundenen Cavitron-Gerät zum Abschluss einer Arbeitswoche

Aerosole in der Zahnarztpraxis

Eine bestmögliche Reduzierung des Aerosols führt zur Risikominimierung hinsichtlich des Infektionspotenzials. Es ist bekannt, dass Aerosole – abhängig von ihrer Konzentration in der Luft – Infektionen verursachen können. Zahnärztliches Personal ist hier einem höheren Risiko ausgesetzt als Mitarbeiter in anderen medizinischen Bereichen, auch wenn von der Bundeszahnärztekammer bisher kein Fall dokumentiert wurde, in welchem durch Aerosole von Hand- und Winkelstücken beispielsweise HIV, HBV oder HCV übertragen wurden.

Fakt ist: Im Umkreis von 1,5 bis 3 m um die Mundhöhle des Patienten können bakterielle Kontaminationen gemessen werden. Im Abstand zwischen 60 und 80 cm vom Patientenmund ist die „Speerspitze“ der Bakteriendichte aufzufinden. Diese Aerosole bleiben als „Wolke“ zwischen 30 Minuten und drei Stunden in diesem Umfeld in der Luft.

Kühlflüssigkeit: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“

Anstatt zur Biofilmentfernung und professionellen Zahnreinigung etablierte und evidenzbasierte Methoden hinsichtlich ihres Infektionsrisikos zu hinterfragen, ist es zielführender, dafür zu sorgen, dass Aerosole und deren Keimzahlen im täglichen Praxisbetrieb verringert werden. Gewisse Mengen von Kühlflüssigkeit sind zwar notwendig, jedoch sollte geprüft werden, dass nicht zu viel Kühlflüssigkeit verwendet wird. „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ ist hierbei ein wichtiger Leitsatz, um eine Keimminimierung zu erzielen.

Für maschinelle Schallscaler ist die Kühlflüssigkeit etwa auf 30 ml pro Minute zu reduzieren. Bei Ultraschallscalern wie dem Cavitron arbeitet man mit vernebelter Kühlflüssigkeit, dies entspricht 20 ml pro Minute. Dank der FSI Inserts (Focus Spray Inserts) wird der zu behandelnde Zahn optimal gekühlt, während die gezielt geführte Kühlflüssigkeit die Sicht des Behandlers verbessert und ihre geringe Menge die Anzahl der Keime im Aerosol verringert. Aus diesem Grund sind Ultraschallscaler für die maschinelle Instrumentierung der Zahnoberfläche eine gute Wahl um die Aerosolbildung zu reduzieren, auch wenn eine absolute Reduktion nicht möglich ist.

Weitere Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Schutzbrillen, ggf. Gesichtsvisieren, Handschuhen sowie dem korrekt abdichtenden Mund-Nasen-Schutz mit hoher bakterieller Filterleistung sind für das gesamte am Patienten tätige Praxisteam unabdingbar. In der Aerosol erzeugenden Umgebung sollten die Mund-Nasen-Schutzmasken alle zwanzig Minuten gewechselt werden. Dies dient dazu, Feuchtigkeit dran zu hindern, die Maske zu durchdringen.

Reduktion der viralen und bakteriellen Last im Mund der Patienten vor der Behandlung

Die Hygienisierung der Mundhöhle des Patienten unmittelbar vor seiner Behandlung ist mit einer antimikrobiellen, antiseptischen Lösung für mindestens eine Minute notwendig. Am effektivsten hat es sich hierfür erwiesen, den Patienten mindestens eine Minute mit 0,2 % CHX spülen zu lassen, um die Erreger im Aerosol deutlich zu minimieren. Diverse Studien der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Bakterienzahl im Aerosol durch die Hygienisierung der Mundhöhle mittels antimikrobieller Mundspüllösung um 90 % reduziert werden kann. Eine andere Studie konnte belegen, dass eine 60-sekündige Hygienisierung/Spülung mit CHX die Bakterien im Speichel für einen Zeitraum von 60 Minuten um 97 % verringert.

  • OXYSAFE Liquid Mundspülung.

  • OXYSAFE Liquid Mundspülung.
    © Hager & Werken

Gegen die virale Last zeigen zum Beispiel oxidative Systeme wie H2O2 oder OXYSAFE eine gute Wirkung, hier lässt man den Patienten mit OXYSAFE Mundspülung für 60 Sekunden vor der Behandlung spülen.

Infektionsrisiko reduzieren und Parodontaltherapie unterstützen

Die Medikamentenspendersysteme Cavitron Dual Select und Cavitron Select SPS ermöglichen die Zufuhr von medikamentösen Spüllösungen nach Wahl und unterstützen so zum einen die Therapie parodontaler Erkrankungen, zum anderen ist der Anwender unabhängig von der externen Wasserzufuhr und reduziert gleichzeitig das Infektionsrisiko. Darüber hinaus kann so eine wöchentliche Reinigung, Pflege und Desinfektion mit daraus resultierender Keimreduktion im verbundenen Cavitron – mit z. B. verdünntem Natriumhypochlorid – erfolgen. Die häufigsten in Anwendung gebrachten Medikamente zur Unterstützung der Parodontaltherapie sind u. a.:

  • Wasserstoffperoxid (3 %)
  • Oxysafe Mundspülung
  • Polyvidon Jod (10 %)
  • Chlorhexidin (0,12 %)
  • Phenolische Öle
  • Physiologische Kochsalzlösung
  • Steriles Wasser

Wasserstoffperoxid (H2O3%-ig) ist als Antiseptikum, z. B. auf der Schleimhaut, als hervorragende Wundversorgung bekannt. In der klinischen Medizin und Zahnmedizin wird Wasserstoffperoxid als antiseptisches Mittel, mit welchem man z. B. eitrige und verschmutzte Wunden reinigt, eingesetzt. Durch die Freisetzung von Sauerstoff und gleichzeitiger Bildung von Schaum verhilft die Chemikalie zur Keimzahlreduktion und wirkt zudem bakterizid. Außerdem ist Wasserstoffperoxid in der Zahnmedizin auch als Desinfektionsmittel bei endodontischen Behandlungen und in Bleaching-Materialien bekannt und in Anwendung.

Beide Geräte, Dual Select und Select SPS, bieten dem Anwender eine bewährte und praktikable Möglichkeit, die Keimzahl im Aerosol zu reduzieren, was aufgrund der (aktuellen) Corona-Pandemie von großer Bedeutung ist.

Weitere Maßnahmen in Corona-Zeiten

Zu guter Letzt gibt man bestimmten Viren sowie Infektionen des Atemtrakts, welche durch das Aerosol übertragen werden können, noch weniger Verbreitungsmöglichkeiten, indem man zu allen bereits beschriebenen Empfehlungen in der Praxis zusätzlich einen Hochleistungsvakuumsauger (große Absaugung) verwendet.

Dieser darf jedoch nicht zu nahe am Arbeitsansatz platziert werden. Das würde eine Ablenkung des Sprays – weg von der Arbeitsspitze – bedeuten. Auch hieraus ergibt sich für die Behandler (Zahnarzt, DH, Prophylaxe-Profi und Assistentin) die Notwendigkeit, neben Handschuhen und Mund-Nasen-Schutz auch eine Schutzbrille bzw. einen Gesichtsschutz zu tragen.

Nach jeder Behandlung gilt: gründliche Raumlüftung ist extrem wichtig. Durch die Addition der genannten Maßnahmen kann der Anwender in der Summe eine bestmögliche Verringerung der Keimzahl im Aerosol erzielen. Das heißt, der massive Rückgang der pathogen bakteriellen Aerosole kann durch die vielen Einzelmaßnahmen zielführend umgesetzt werden, was letztendlich für Patienten, das Praxis-Team und den Behandler von großer gesundheitlicher Bedeutung ist.


Silvia Geiger (Referentin für Prävention, Parodontologie und Chirurgie), Samswegen

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