Prophylaxe

Johnson & Johnson Symposium im Rahmen der DG Paro Jahrestagung 2017 in Dresden

Mundspüllösungen leisten einen wichtigen Beitrag zur täglichen Mundhygiene

06.12.2017

Eine dreifache Prophylaxe sollte zur täglichen Mundhygiene dazugehören.
Eine dreifache Prophylaxe sollte zur täglichen Mundhygiene dazugehören.
© el lobe/shutterstock.com

Die häusliche Mundhygiene stellt eine der zentralen Säulen zur Vorbeugung von Karies und Zahnfleischentzündungen dar. Die rein mechanische Entfernung des Zahnbelags mit Zahnbürste, Zahnseide oder Interdentalbürsten ist jedoch häufig unzureichend. Inzwischen wird eine Vielzahl an Mundspüllösungen auf Basis von ätherischen Ölen, Fluoriden oder auch Chlorhexidin (CHX) angeboten. Während des Johnson & Johnson Symposiums im Rahmen der DG PARO Jahrestagung 2017 in Dresden ging Prof. Dr. Nicole Arweiler, Direktorin der Klinik für Parodontologie Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Philipps-Universität Marburg (UKGM), in ihrem Vortrag „Antibakterielle Mundspülungen in Prävention und Therapie – sinnvoll oder Geldverschwendung?“ der Frage nach: wie sinnvoll eine solche chemische Plaquekontrolle in der häuslichen Mundhygiene ist und wie sich die Wirkstoffe der Mundspülungen gezielt einsetzen lassen.

Nach wie vor gelte es zwar als unbestritten, dass die Verwendung von Zahnbürste und fluoridhaltiger Zahnpasta in Kombination mit Interdentalraumhygiene die wichtigste Maßnahme zur Reduktion von Plaque und Gingivitis sowie zur Primärprävention von Parodontitis und Karies darstelle, unterstrich Arweiler. „Häufig wird jedoch zu unregelmäßig, mit der falschen Technik oder zu kurz geputzt, um die Zähne in ausreichendem Maß von schädlichem Biofilm zu befreien“, berichtete Arweiler.

Wie sich in einer Studie gezeigt hat [1], lässt sich durch eine Schulung der Patienten zwar die Effektivität der Zahnreinigung verbessern. Um einen dauerhaften Erfolg zu erzielen, benötigen die Patienten jedoch eine stetige Motivation und ständiges Üben der Mundhygienemaßnahmen. Eine zusätzliche chemische Plaquekontrolle mittels Mundspüllösungen stellt nach Ansicht Arweilers für alle Patienten eine effektive und unbedenkliche Ergänzung zum Zähneputzen dar, insbesondere dort wo die mechanische Reinigung schwer möglich ist.

Wie die Zahnmedizinerin verdeutlichte, ist das nicht nur für den Erhalt der Mundgesundheit von Bedeutung. Denn die entzündungsauslösenden Bakterien aus dem oralen Biofilm können von der Mundhöhle über die Blutbahn in den gesamten Körper vordringen. So ist z. B. eine negative Wechselwirkung der Parodontitis mit Diabetes feststellbar [2, 3]. Ebenso erhöht die Parodontitis auch das Herzinfarkt- [4, 5] und Schlaganfallrisiko [6, 7].

Wirkmechanismus von Mundspülungen mit ätherischen Ölen

Mundspüllösungen können im Rahmen der häuslichen Mundhygiene dabei helfen, pathogene Keime effektiv zu bekämpfen. Sie haften an der Bakterienzellwand und wirken durch Störung des Bakterienstoffwechsels oder Hemmung der Vermehrung bakteriostatisch. Dabei kommt es darauf an, dass die Wirkstoffe eine hohe Substantivität besitzen, das heißt weit über die reine Putz- oder Spüldauer möglichst lange im Mundraum verbleiben.

Zudem sollten die Nebenwirkungen der eingesetzten Substanzen so gering wie möglich sein, so Arweiler. Die reine Präsenz einer aktiven Substanz erlaube jedoch noch keine Aussage über deren Effektivität und Verträglichkeit im Produkt oder in der Gesamtkombination, gab die Expertin zu bedenken. Denn deren Wirkung werde von Alkohol, Farb- und Zusatzstoffen beeinflusst. „Daher ist es wichtig, dass nicht nur für den enthaltenen Wirkstoff, sondern für das gesamte Produkt eine gute Studienlage vorhanden ist“, weiß die Zahnmedizinerin. Beispielsweise die Listerine Produkte, die vier ätherischen Öle (Thymol, Menthol, Eukalyptol und Methylsalicylat) beinhalten, wurden seit 1970 mehr als 30 Langzeitstudien zur Wirksamkeit und Verträglichkeit durchgeführt. Es existieren mehrere systematische Reviews, welche die Wirksamkeit der Mundspüllösung als Ergänzung zum Zähneputzen eindeutig belegen [8, 9, 10]. Die enthaltenen ätherischen Öle zerstören nicht nur die Membran der Bakterien, sondern binden zusätzlich deren Giftstoffe. So gingen in einer doppelblinden, placebokontrollierten und randomisierten Vergleichsstudie durch zweimal tägliche Anwendung von Listerine die vorhandene Plaque um jeweils 36 % zurück [11].

  • Produktrange von Listerine.
  • Produktrange von Listerine.

Mehr biofilmfreie Zähne, weniger Plaque

In einer Meta-Analyse mit über 5.000 Patienten hat sich gezeigt, dass das ergänzende Spülen mit Listerine nach sechs Monaten zu 5-mal mehr Plaque-freien Zahnflächen führt, als wenn ausschließlich mechanisch gereinigt wird. Auch der Plaqueindex wies signifikante Unterschiede auf: Während 83 % der Probanden in der Gruppe, die zusätzlich spülte, einen Rückgang des Plaqueindexes um 20 % erreichten, konnte dieser Effekt nur bei 25 % der Probanden, die lediglich mechanisch reinigten, beobachtet werden. Nach sechs Monaten ermöglichte die zusätzliche Verwendung von Listerine zudem doppelt so viele gesunde Stellen im Mundraum, wie die mechanische Zahnreinigung allein [12].

Veränderungen der Mundschleimhaut konnten nicht beobachtet werden [13]. „Wir haben für Listerine einen guten wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis und müssen keine Verfärbungen befürchten“, lautete das Fazit von Arweiler. Daher hat Listerine bereits 1987 das Gütesiegel der American Dental Association (ADA) erhalten. Mit Listerine steht den Patienten somit ein effektives und langfristig anwendbares Mittel zur Verfügung, um die täglichen Maßnahmen zur Plaquekontrolle und Entzündungsprävention zu optimieren.

Quelle: Johnson & Johnson

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Literaturverzeichnis

[1] Stewart JE, Wolfe GR. The retention of newly-acquired brushing and flossing skills. J Clin Periodontol 1989; 16(5):331-2.

[2] Chen L, Wei B, Liu F, Xuan D, Xie B, Zhang J. Association of Periodontal Parameters with Metabolic Level and Systemic Inflammatory Markers in Patients with Type-2 Diabetes. J Periodontol. 2010; 81: 364-71.

[3] Taylor GW, Burt BA, Becker MP, et al. Severe periodontitis and risk for poor glycemic control in patients with non-insulin-dependent diabetes mellitus. J Periodontol 1996; 67: 1085–1093.

[4] Chiu B. Multiple infections in carotid atherosclerotic plaques. Am Heart J 1999; 138: 534.

[5] Beck et al. Periodontal disease and cardiovascular disease. J Periodontol  1996; 67: 1123.

[6] Wu et al. Periodontal disease and risk of cerebrovascular disease: the first national health and nutrition examination survey and its follow-up study. Arch Intern Med 2000; 160: 2749.

[7] Pradeep et al. Periodontitis as a risk factor for cerebrovascular accident: a case-control study in the Indian population. J Periodontal Res 2010; 45(2): 223-228.

[8] Gunsolley JC. A meta-analysis of six-month studies of antiplaque and antigingivitis agents. J Am Dent Assoc. 2006;137(12):1649-57.

[9] Stoeken JE, Paraskevas S, van der Weijden GA. The long-term effect of a mouthrinse containing essential oils on dental plaque and gingivitis: a systematic review. J Periodontol. 2007;78(7):1218-28

[10] Van Leeuwen MP, Slot DE, Van der Weijden GA. The effect of an essential-oils mouthrinse as compared to a vehicle solution on plaque and gingival inflammation: a systematic review and meta-analysis. Int J Dent Hyg. 2014;12(3):160-7

[11] Overholser CD, et al. J Clin Periodontol

[12] Araujo MWB, Charles C et al. Meta-analysis of the effect of an essential oil-containing mouthrinse on gingivitis and plaque. JADA 2015; 146(8): 610-622.

[13] Ross NM et al. Long-term effects of listerine antiseptic on dental plaque and gingivitis. The Journal of Clinical Dentistry 1989; 1(4): 92-95.


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