Prophylaxe


Fitness und Mundgesundheit

16.12.2019

Fitness ist mehr als Sport zu treiben. Ein „fitter“ Mund wirkt sich positiv auf die Allgemeingesundheit aus.
Fitness ist mehr als Sport zu treiben. Ein „fitter“ Mund wirkt sich positiv auf die Allgemeingesundheit aus.

Fit sein ist ein modernes Statement: Der Historiker Martschukat beschreibt die Gegenwart als das Zeitalter der Fitness, in dem der Körper zum Zeichen für Erfolg und Leistung wurde. Neuere Studien beschäftigten sich mit der Frage, ob das Interesse an „Dental-Fitness“ mit dem Zeitgeist mithalten kann.

Fitness ist, so viel steht fest, mehr als Sport zu treiben. Prof. Jürgen Martschukat erklärt: „Wer sich ‚in Form‘ hält, übernimmt auch Verantwortung für sich und die Gesellschaft“ [1]. Natürlich ist dieser Zusammenhang direkt auf die Mundgesundheit übertragbar. Über ihre Auswirkungen auf Allgemeingesundheit, Leistungsfähigkeit und Kostenaspekte war hier bereits zu lesen. 

Sehen wir uns die deutschen Mundgesundheitsstudien an, so zeigt sich auch hier ein Trend: Die Verwendung von Mundhygiene-Hilfsmitteln hat seit der DMS III stetig zugenommen. Allerdings sagt das nichts über die Häufigkeit aus, schon gar nicht über das Putzergebnis. Die letzte Studie von 2014 zeigte aber auch, dass bei jüngeren Erwachsenen (35-44 J.), die Interdentalpflege betreiben, nur ungefähr halb so viele kariöse Flächen und deutlich weniger Blutungsstellen (BOP) vorlagen [2].

Daraus lassen sich zwar keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen ableiten, aber es gibt Erklärungsversuche. So nimmt man an, dass die Verwender von Interdentalbürsten (IDB) ein anderes Mundhygienebewusstsein haben und mehr Zeit in die Pflege investieren. Sicher ist, dass IDB jene Zahnflächen, die Zahnbürsten weitgehend verborgen bleiben, am effektivsten reinigen [3].

Mundhygieneverhalten hier und anderswo

Allerdings glauben in Deutschland optimistische 71%, dass mit Zahnbürsten allein mindestens 80% der Zahnflächen gereinigt werden können. Weltweit denkt fast jeder Zweite (48,9%) realistischer und meint, dass die Zwischenräume in etwa ein Drittel der Zahnoberflächen ausmachen. Diese aktuellen Zahlen liefern 2 Online-Befragungen: eine von TePe beauftragte Studie zum Mundhygienewissen und -verhalten Erwachsener in Deutschland [4] sowie eine weltweite zur Zahnpflegeroutine [5].

Demnach werden IDB hierzulande von 21% genutzt, weltweit bislang nur von 14,5%. Am beliebtesten ist mit 38% die Zahnseide, hier und in mehr als 45 Ländern (51%). Beachtlichen 97% ist Mundhygiene im direkten Umfeld wichtig oder sehr wichtig, was auch auf andere Länder zutrifft (97,4%). Wird deshalb auch die PZR häufig in Anspruch genommen? 55% der Befragten nutzen das Angebot mindestens einmal im Jahr, weltweit sind es 49,6%.

Sehr gut zu wissen, wie man sich richtig die Zähne putzt, meinen 67,6% der Nord- und 53,7% der Südamerikaner, aber nur 41,3% der Europäer und weltweit 45,8%. Immerhin 48% wissen nach eigener Einschätzung eher gut Bescheid. Zahnpflege-Champions sind laut Studie die Südamerikaner. Sie kennen sich einfach am besten mit Zähnen aus und mehr als die Hälfte (55,8%) putzt sie mindestens dreimal am Tag!

Als Gewinn belohnt ein gesunder Mund

Martschukats Buch zum Fitness-Boom macht mit der provokanten Frage aufmerksam, ob ein Leben als Couchpotato vielleicht die moderne Form des Widerstands sei? Würde man diese kreative These auf Zahnputzverzicht übertragen, dann wäre den verbliebenen Skeptikern und Gleichgültigen sicher zu helfen: Denn (nur) noch 14% glauben hierzulande nicht an die Zusammenhänge zwischen Mund- und Allgemeingesundheit und lediglich 3% sind gepflegte Zähne bislang unwichtig. Man würde ihnen zurufen wollen: Putzt euch mundgesund! Es gibt viel zu gewinnen, denn die positiven Auswirkungen der Mundgesundheit auf das allgemeine Wohlbefinden sind belegt.

Bekannt als Erinnerung an die umfassende Betrachtung körperlicher und seelischer Gesundheit in zahnmedizinischer Diagnostik und Therapie ist: An jedem Zahn hängt auch ein ganzer Mensch. Umgekehrt bedarf es eben manchmal einer Auffrischung, dass zu jedem Menschen auch (rund) 32 Zähne gehören, die umfassend gepflegt sein sollten. Natürlich inklusive Zahnzwischenräumen, denn Interdentalpflege gehört zum „parodontalen CrossFit“ dazu. Die Trophäe: ein gesunder Mund. Auch das ist ein modernes Statement.


Quelle:
TePe D-A-CH GmbH


[1] Becker T. Rambo würde CrossFit machen. Der Spiegel, Nr. 40, 2019, 130-132.

[2] Jordan AR. DMS V im Fokus: Entwicklung der häuslichen Mundhygiene. Was bei Patienten funktioniert. ZM, Nr. 7, 2017, 36-38.

[3] Sälzer S et al. Efficacy of inter-dental mechanical plaque control in managing gingivitis – a meta-review. J Clin Periodontol. 2015 Apr; 42 Suppl 16: S.92-105.

[4] YouGov Deutschland GmbH, Online-Umfrage, n=2056, 05.06.2019 - 07.06.2019, gewichtete Ergebnisse, repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

[5] www.marketagent.com/webfiles/MarketagentCustomer/pdf/14b96de5-5e43-4170-903f-9564bf7e1aba.pdf (letzter Zugriff am 11.10.2019).


Warum ein sicherer Infektionsschutz für den zuverlässigen Betrieb der Zahnarztpraxis so wichtig ist und wie das am besten gelingt, erfahren Sie auf der Informationsseite
Hygiene schützt Leben‘.

Weitere Informationen

Am 07. April 2020 von 14:00-15:00 Uhr erfahren Sie in unserem kostenlosen Live-Webinar relevante Handlungsempfehlungen für Ärzte und Zahnarztpraxen zum Thema Coronavirus.

Jetzt anmelden

Kennen Sie alle notwendigen Maßnahmen und Verhaltensweisen im Umgang mit COVID-19?

Hier kostenlose Informationen