Interviews

Die DH-Debatte

Sollen DentalhygienikerInnen an Hochschulen unterrichtet werden?

02.11.2016

Brauchen deutsche Zahnarztpraxen mehr DentalhygienikerInnen (DH)? Und: Was bringt eine Verlagerung dieser Ausbildung an die Hochschule? Man könnte argumentieren, dass eine akademische Ausbildung ein besseres theoretisches Fundament gewährleistet. Man könnte auch annehmen, dass sie für viele junge Menschen attraktiv erscheint. Andererseits garantieren die bewährten Wege – also die Fortbildungen durch die Landeszahnärztekammern – sicherlich eine solide Qualifikation. Wir haben die Kernfragen um den „besten“ Ausbildungsweg zur Qualifikation als DentalhygienikerIn aufgegriffen und für unsere Leser unterschiedliche Positionen erfragt, die wir hier in vier Interviews ? mit einem Universitätsprofessor, zwei Dentalhygienikerinnen und der Bundeszahnärztekammer ? darstellen.

Nachgefragt bei: Professor Ulrich Schlagenhauf

Für eine Akademisierung der Ausbildung zur DH votiert Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf. Er ist Leiter der Abteilung für Parodontologie in der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, Universitätsklinikum Würzburg. An der Universität Würzburg soll es einen vollverschulten Studiengang zur Dentalhygienikerin geben. Das Vorhaben befindet sich im Moment noch in der Planungsphase.

  • Professor Ulrich Schlagenhauf.

  • Professor Ulrich Schlagenhauf.

Reicht das Angebot an qualifizierten Fachkräften für die Prävention, insbesondere für die Unterstützende Parodontitistherapie (UPT) derzeit aus?

Prof. Ulrich Schlagenhauf: Nach aktueller Evidenz zeigt eine UPT nur bei Reinigung aller, d. h. auch der subgingival gelegenen Zahnflächen, eine wissenschaftlich belegbare präventive Wirkung auf die Progression parodontaler Erkrankungen. Nach den Kompetenzrichtlinien der Zahnärztekammern für die Assistenzkräfte* besitzt neben dem Zahnarzt nur die Dentalhygienikerin die Kompetenz zur selbstständigen subgingivalen Reinigung parodontaler Taschen. Trotz des von der aktuellen 5. Deutschen Mundgesundheitsstudie festgestellten Rückgangs der Prävalenz parodontaler Erkrankungen** in den vergangenen 10 Jahren und selbst bei einer Beschränkung der Notwendigkeit der UPT auf schwer erkrankte Parodontitispatienten muss von einem deutlichen Mangel an kompetenten DHs gesprochen werden. Dieser wird noch größer werden, falls, wie gerade aktuell geplant, Teile der UPT Kassenleistung werden und die Nachfrage danach durch GKV-Patienten voraussichtlich deutlich ansteigen wird.

Weshalb sollte es Ihrer Meinung nach einen vollverschulten Studiengang DH an der Universität geben, was einer Akademisierung der Ausbildung zur DH gleichkommt?

Prof. Ulrich Schlagenhauf: Das aktuelle duale System der DH-Ausbildung muss nicht schlecht sein. Es setzt aber voraus, dass die Heimatpraxis einer angehenden DH einen Schwerpunkt in der Behandlung parodontal erkrankter Patienten aufweist und von einem kompetenten, idealerweise formal weitergebildeten Parodontologen geleitet wird, der mit ihr regelmäßig vor Ort die Behandlung von PAR-Fällen diskutiert und anleitet. Dies ist aber momentan sicher nicht immer gewährleistet.

Eine enge fachliche und räumliche Kooperation einer vollverschulten DH-Ausbildung mit der universitären Medizin und Zahnmedizin kann diese Anforderungen hingegen viel besser erfüllen. Neben der gesicherten Anleitung und Kontrolle durch ein ganzes Team kompetenter Fachkräfte, die auch in der medizinischen und zahnärztlichen Ausbildung tätig sind, werden angehende DHs in einem solchen Umfeld viel häufiger mit komplexen Erkrankungsfällen konfrontiert, deren Behandlung einen engen fachlichen Austausch mit der Medizin erfordert. Nur so wächst das Verständnis dafür, dass Krankheit im Mund kein isoliertes Problem mangelhafter Plaquekontrolle ist, sondern vom Status der Allgemeingesundheit entscheidend mit beeinflusst wird. Eine gut ausgebildete DH wird daher zukünftig nicht nur Expertin in Fragen häuslicher und professioneller Plaquekontrolle sein, sondern wird auch die Handlungskompetenz besitzen, ihre Patienten auf dem Weg zu einem gesundheitskompatibleren Lebensstil beraten und anleiten zu können.

Moderne Hilfsmittel (Ultraschall und Air-Polishing) vereinfachen die subgingivale Biofilmentfernung in der Erhaltungstherapie. Ihre Handhabung ist leichter erlernbar als die Säuberung der Zahnhartsubstanz mittels Handinstrumenten. Wird so die klinische Praxis nicht ohnehin weniger anspruchsvoll?

Prof. Ulrich Schlagenhauf: Durch die großen Technologiefortschritte bei Ultraschall- und Air-Polishing-Geräten ist eine effektive subgingivale Reinigung tatsächlich leichter erlernbar geworden. Aber durch die aktuelle Erkenntnis, dass Lebensstil und allgemeinmedizinischer Status ganz wesentlich den Erfolg pardontalpräventiver Therapie mit beeinflussen, wird professionelle Prävention in der klinischen Praxis nicht etwa weniger fordernd, sondern deutlich anspruchsvoller, da es nicht mehr ausreicht, sich auf die perfekte Reinigung der Zähne eines Patienten zu konzentrieren und ihn zu effektiver Mundhygiene anzuleiten.

Was halten Sie von einer friedlichen Koexistenz: duale Ausbildung in Form von Aufstiegsfortbildungen für die Ansprüche einer allgemeinen Zahnarztpraxis und Bachelor-DH für höhere Ansprüche? Dafür spräche, dass die Bewerberinnen sich je nach Lebenssituation das Passende heraussuchen könnten.

Prof. Ulrich Schlagenhauf: Das ist ein sehr guter Gedanke. In vielen kleineren Praxen wird sich unter rein wirtschaftlichen Aspekten die Anstellung einer Bachelor-DH zur Betreuung der wenigen schweren parodontalen Erkrankungsfälle nicht rechnen. Diese werden in diesem Fall durch den Zahnarzt bzw. die Zahnärztin selbst adäquat parodontal nachbetreut werden. Die präventive Betreuung der Masse der minder schweren Erkrankungsfälle wird hingegen durch Assistenzkräfte mit Qualifikation durch Aufstiegsfortbildung durchgeführt werden. Der präventive Erfolg der Assistenzkräfte muss aber unbedingt vom Zahnarzt durch eine jährlich wiederholte Erhebung eines Parodontalbefundes unter Einschluss der Sondierungsblutung überprüft werden.

Das Kompetenzniveau einer Bachelor-DH hingegen wird eher in großen Praxen gebraucht mit einer großen Anzahl schwerer Parodontitisfälle in der parodontalen Nachsorge, die auch implantatprothetisch rehabilitiert wurden.

Müssen die verschiedenen Ausbildungswege strikt getrennt bleiben?

Prof. Ulrich Schlagenhauf: Gegenüber dem Gedanken, das Top-Niveau einer im universitären Umfeld ausgebildeten Bachelor-DH wahlweise nicht nur direkt, sondern auch stufenweise als Abschluss einer im Kammerbereich begonnenen Aufstiegsfortbildung zu erreichen, bin ich persönlich sehr offen eingestellt. Es wäre auch sehr gut vorstellbar, dass solche umfassend ausgebildeten und wissenschaftlich qualifizierten Bachelor-DHs nachfolgend als Lehrkräfte in der Aufstiegsfortbildung zur DH im Bereich der Zahnärztekammern tätig werden.

Kritiker sagen, dass Prävention und Parodontologie Sache des Zahnarztes bleiben müssen – Prävention nehme immer mehr Raum ein, restaurative ZHK werde weniger gebraucht. Eine DH auf Augenhöhe könnte dem Zahnarzt zu viel Konkurrenz machen. Angst vor der Bachelor-DH – ist diese nach Ihrer Erfahrung in der Zahnärzteschaft verbreitet?

Prof. Ulrich Schlagenhauf: Wenn es in Deutschland bereits ein flächendeckendes, gut funktionierendes System für parodontale Nachsorgetherapie geben würde, das von den Zahnärzten selbst erbracht wird, würde ich die Bedenken verstehen. Aber hier hat man Angst vor Konkurrenz auf einem Kompetenzfeld, das viele Jahre lang nicht im Fokus der Mehrheit der Kollegenschaft stand. Die Ausbildungszahlen an Bachelor-DHs werden zudem im Vergleich zur Zahl neu von den Universitäten abgehender Zahnärzte auf absehbare Zeit sehr bescheiden bleiben, sodass ich eine flächendeckende, wirtschaftlich relevante Konkurrenzsituation zwischen Zahnärzten und DHs nicht erkennen kann.

Werden Bachelor-DHs für den Zahnarzt teurer?

Prof. Ulrich Schlagenhauf: Wie bereits erwähnt, sehe ich einen wirtschaftlich sinnvollen Bedarf an Bachelor-DHs in erster Linie für große Praxen mit einer großen Anzahl von Nachsorgepatienten. Das Gehalt auch einer Bachelor-DH wird sich wie allgemein üblich an Angebot und Nachfrage orientieren müssen.

Können Sie sich selbstständige DHs in Deutschland als Zukunftsvision vorstellen?

Prof. Ulrich Schlagenhauf: Für selbstständig arbeitende DHs mit eigener Praxis sehe ich schon aus Haftungs- und wirtschaftlichen Gründen keine großen Nischen. Der Normalfall wird eine enge Kooperation mit approbierten Zahnärzten darstellen, da laut gültiger Fassung des Zahnheilkundegesetzes die Stellung von Diagnosen und die Erarbeitung von Behandlungsplänen nur von approbierten Zahnärzten/Ärzten erbracht werden dürfen. Eine wirtschaftlich selbstständige Tätigkeit einer Bachelor-DHs als freie Mitarbeiterin einer oder mehrerer Zahnarztpraxen halte ich hingegen prinzipiell für denkbar. 

An der Universität Würzburg können – nach Ihren Plänen (siehe im DDHV-Journal 1/2016) – demnächst vielleicht Zahnmediziner und DHs gemeinsam studieren. Das wäre eine gute Grundlage für die spätere Zusammenarbeit. Wie sieht Ihr Modell aus?

Prof. Ulrich Schlagenhauf: Wir sind da noch in der absoluten Planungsphase. Aber wir wollen bei einer universitären DH-Ausbildung Synergien nutzen und die vorhandenen, kompetenten Lehrkräfte aus der Medizin und Zahnmedizin auch in die DH-Ausbildung einbinden. Da die für den Beruf der DH erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten ebenso Basiskompetenzen eines approbierten Zahnarztes darstellen, können etliche zahnärztliche Ausbildungsmodule im Bereich Prävention und parodontale Nachsorge ohne große Modifikation für die DH-Ausbildung übernommen werden. Im praktischen Ausbildungsbetrieb wird es dann zudem regelmäßig zum Kontakt mit den studentischen Behandlungskursen der Zahnmedizin kommen und so kann die notwendige Kooperation zwischen beiden Berufen von Anfang an eingeübt werden.

Quellen:

*Die unterschiedlichen Delegationsrahmen finden sich bei Tätigkeitsbeschreibungen der zahnärztlichen Assistenzberufe auf der Homepage der Bayerischen Landeszahnärztekammer (http://www.blzk.de/blzk/site.nsf/id/pa_zmp.html)

**Jordan AR, Micheelis W (Hrsg) Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V). Deutscher Ärzteverlag (DÄV), Köln 2016.


Nachgefragt bei: Dentalhygienikerin Sylvia Fresmann

Sylvia Fresmann ist erste Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Dentalhygienikerinnen e.V. (DGDH). Sie ist offen für neue Wege.

  • DH Sylvia Fresmann.

  • DH Sylvia Fresmann.

Reicht das Angebot an qualifizierten Fachkräften für die Prävention, insbesondere für die UPT, derzeit aus?

Sylvia Fresmann: Das ist eine schwierige Frage. Grundsätzlich müssen wir die präventive Betreuung der Patienten und die Unterstützende Parodontaltherapie (UPT) unterschiedlich betrachten. Wir haben in Deutschland eine große Zahl von gut qualifizierten ZMPs und ZMFs, die in den Praxen mit großem Erfolg zur Verhütung von Erkrankungen beitragen. Regelmäßige Befunderhebungen und risikoorientierte Recall-Abstände führen in Zusammenarbeit mit dem Zahnarzt zu stabilen Ergebnissen – Prävention funktioniert!

Ist der Patient jedoch an einer Parodontitis erkrankt, wird er in mehreren Sitzungen behandelt – im Sinne einer systematischen Parodontitistherapie. Der Erfolg dieser Parodontitistherapie hängt – neben der Compliance des Patienten – im Wesentlichen davon ab, dass die UPT professionell im Rahmen eines Nachsorgekonzepts von qualifizierten Fachkräften durchgeführt wird. Die DH hat insbesondere hier nicht nur ein großes Wissen und viel Erfahrung, sondern natürlich auch eine intensive praktische Weiterbildung, um diese Patienten langfristig zu betreuen. Die Daten der Mundgesundheitsstudie V* zeigen zwar einen leichten Rückgang der Parodontitis in einigen Altersstufen, allerdings ist das kein Grund zur Entwarnung. Der Bedarf ist groß und wird allen demografischen Prognosen zufolge wachsen.

Sollte es Ihrer Meinung nach einen DH-Studiengang an der Universität geben?

Sylvia Fresmann: Es gibt in der Bundesrepublik Deutschland verschiedene Wege, die zum Abschluss „DH“ führen. Neben den Aufstiegsfortbildungen der Kammern, sind die ersten Bachelor-Studiengänge in Köln und in unserem Nachbarland Österreich ins Leben gerufen worden bzw. sind weitere in der Diskussion. Am Ende stehen jeweils gut aus- oder fortgebildete Fachkräfte. Der Unterschied ist, dass die Absolventinnen der Kammerfortbildungen ein modulartiges System durchlaufen haben und demzufolge bereits ein gehöriges Maß an Lebens- und Berufserfahrungen mitbringen. Die berufliche Sozialisation ist aufgrund der umfangreichen praktischen Erfahrungen in den Praxen und der Tätigkeiten am und mit dem Patienten stark ausgeprägt. Andererseits macht die Akademisierung das Berufsbild interessanter – angesichts des Fachkräftemangels in den Praxen sicher ein wichtiger Aspekt. Wie in anderen Berufen auch, geht der Trend leistungsfähiger junger Menschen nach der schulischen Ausbildung immer mehr hin zu den universitären Ausbildungs- und Studiengängen. Bezogen auf die DH ist der Tätigkeitsbereich in der Praxis jedoch nicht unterschiedlich – die Rahmenbedingungen für die Tätigkeiten werden vom Zahnheilkundegesetz vorgegeben – dabei ist es unerheblich, auf welche Weise die Qualifikation der DH erworben wurde.

Was halten Sie von einer friedlichen Koexistenz der unterschiedlichen Ausbildungswege?

Sylvia Fresmann: Diese Frage verwirrt mich: Was sind höhere Ansprüche? Ich bin seit 40 Jahren ununterbrochen in der Praxis tätig und habe nur Patienten mit hohen Ansprüchen und ich arbeite in einer allgemeinen Zahnarztpraxis. Die Tätigkeiten zu differenzieren zwischen einer „allgemeinen Zahnarztpraxis“ und „höheren Ansprüchen“ halte ich für schwierig!

Aber zurück zu Ihrer Frage: Ja, ich halte es für sinnvoll, beide Wege – Bachelor Degree und Weiterbildung zur DH – zu fördern. Beides kann, wie auch in anderen Berufen, nebeneinander existieren. Entscheidend ist doch, dass am Ende beide Wege zu einer guten Qualifikation und damit zu einer guten Betreuung der Patienten führen.

Haben Zahnärzte „Angst“ vor der Bachelor-DH? Falls ja, weshalb?

Sylvia Fresmann: Eindeutig nein. Warum auch? Die sich ständig verändernden Rahmenbedingungen in der Zahnarztpraxis erfordern fachlich qualifizierte Mitarbeiter. Gelingt es, mit dem Studiengang der Bachelor-DH mehr fähige Köpfe für das Berufsbild zu gewinnen, kann dies nur von Vorteil sein.

Der Arbeitsbereich einer DH ist geprägt vom Teamgedanken, dem Zahnheilkundegesetz und der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Zahnarzt.

Und wie sieht es mit den „Kammer-DHs“ aus? Fürchten sie die Konkurrenz der akademisch ausgebildeten DHs?

Sylvia Fresmann: Bei ca. 55.000 Zahnarztpraxen und derzeit ca. 1.000 in der Bundesrepublik Deutschland tätigen DHs kann keine Rede von Furcht sein. Und warum auch? Ich bin selbst eine „Kammer-DH“ und hatte erst im Juli auf einer Veranstaltung in den USA die Gelegenheit, mich intensiv mit amerikanischen und kanadischen Kollegen auszutauschen. Das war für mich sehr spannend und hat viele Parallelen aufgezeigt. Für mich ist es vielmehr wichtig, den Konkurrenzgedanken gar nicht erst aufkommen zu lassen, sondern gemeinsam an der Attraktivität des Berufsbildes der DH zu arbeiten.

Können Sie sich selbstständige DHs in Deutschland als Zukunftsvision vorstellen?

Sylvia Fresmann: Das Tätigkeitsspektrum der Zahnärzte und somit auch der DH wird sich aufgrund der demografischen Entwicklung verändern, Stichwort „Alterszahnheilkunde“. Diese Herausforderungen können nur gemeinsam bewältigt werden. Eine „selbstständige“ oder „freiberufliche“ DH, die z. B. für mehrere Zahnärzte arbeitet, kann ich mir durchaus vorstellen. Jedoch sind hier enge arbeitsrechtliche Voraussetzungen zu beachten bzw. zu klären, um dem Vorwurf der Scheinselbstständigkeit zu entgehen. Im Zahnheilkundegesetz ist die allgemeine Delegation von Leistungen geregelt – hier sollten nach Meinung der DGDH die delegierbaren Leistungen eindeutig den unterschiedlichen Qualifikationen (ZMP, ZMF oder DH) zugeordnet werden – im Sinne der Patientensicherheit. Ein weiterer zukünftiger Bereich für die DH ist die Betreuung von Pflege- und Seniorenheimen – auch hier könnten wir DHs viel tun – es muss nur geregelt werden!

An der Universität Würzburg studieren demnächst vielleicht Zahnmediziner und DHs gemeinsam. Das wäre eine gute Grundlage für die spätere Zusammenarbeit am Patienten, oder nicht?

Sylvia Fresmann: Ein interessanter und vielversprechender Ansatz, der die spätere vertrauensvolle Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis nur fördern kann.

Quelle:

*Jordan AR, Micheelis W (Hrsg) Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V). Deutscher Ärzteverlag (DÄV), Köln 2016.


Nachgefragt bei: Der Bundeszahnärztekammer

Gegen die Akademisierung spricht sich DMD Henner Bunke (Doctor of Dental Medicine/Univ. of Florida/USA) aus. DMD Bunke antwortet auf unsere Anfrage an die Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Er ist Präsident der Zahnärztekammer Niedersachsen.

  • DMD Henner Bunke.

  • DMD Henner Bunke.

Reicht das Angebot an qualifizierten Fachkräften für die Prävention allgemein, insbesondere aber für die Unterstützende Parodontitistherapie (UPT), derzeit aus?

DMD Henner Bunke: Schauen wir uns doch mal die Fakten an: Insgesamt arbeiteten im Jahr 2014 in Deutschland rund 70.700 behandelnd tätige Zahnärzte, darunter 53.100 in eigener Praxis niedergelassen. Im Durchschnitt waren je Praxis vier Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) ohne und mit Zusatzqualifikationen angestellt. Allein in den bundesdeutschen Zahnarztpraxen arbeiteten damit etwa 211.000 ZFA und Azubis. Und über 18.000 Zahnarztpraxen sind Ausbildungspraxen.

Derzeit gibt es über 15.000 Zahnmedizinische Prophylaxeassistentinnen (ZMP) und Zahnmedizinische Fachassistentinnen (ZMF) und jährlich werden über 1.000 weitere Fachkräfte fortgebildet. Im Zeitverlauf ist zu erkennen, dass sich diese beiden Fortbildungen einer kontinuierlich hohen Beliebtheit erfreuen, denn Aufstiegs- und Schwerpunktfortbildungen verbessern die ohnehin sehr guten Zukunftsaussichten der Fachkräfte in den zahnärztlichen Praxisteams.

Das Aufgabengebiet der kammerfortgebildeten DH ist nach internationalem Vorbild primär die umfassende orale Prophylaxe im Rahmen der Vor- und Nachbehandlung schwerer parodontaler Erkrankungen, die intensive Beratung und Motivation der Patienten zur häuslichen Prophylaxe gehören ebenso zu ihrem Verantwortungsbereich wie die Assistenz bei allen komplizierten Behandlungen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich.

Mit den derzeitigen Fortbildungen für Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) und unter den Regelungen des Zahnheilkundegesetzes kann der delegative Präventionsbedarf aus meiner Sicht also gut abgedeckt werden, sodass die präventionsorientierte Versorgung der Bevölkerung in ausreichendem Maße und in der geforderten Qualität mit dem gegenwärtig zur Verfügung stehenden Prophylaxe-Fachpersonal, den über 15.000 Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentinnen (ZMP) und Zahnmedizinischen Fachassistentinnen (ZMF), sichergestellt werden kann. Die auch international anerkannten Erfolge in der zahnmedizinischen Prävention in Deutschland sind auch durch diese strukturellen Gegebenheiten mitbedingt worden. Das wurde, gerade im Paro-Bereich, auch durch die aktuelle DMS-V-Studie* des IDZ belegt.

Im Positionspapier der BZÄK vom 29. Februar 2016** steht einerseits, dass ein Mangel an geeigneten Bewerberinnen für die ZFA-Ausbildung zu verzeichnen ist und das Berufsbild attraktiver werden muss, andererseits argumentiert die BZÄK, dass ausreichend Fachpersonal für die Prophylaxe vorhanden sei. Ist das nicht ein Widerspruch? Denn: Wenn die Grundausbildung unattraktiv erscheint und sich zu wenige Bewerber melden, resultieren daraus über kurz oder lang zu wenige weitergebildete Fachkräfte, oder?

DMD Henner Bunke: Deshalb überlegen wir ganz konkret und gemeinsam mit dem Verband der medizinischen Fachberufe (VmF), die Aufnahme eines Neuordnungsverfahrens zur Novellierung der Ausbildungsordnung ZFA zu initiieren. Der Vorstand der BZÄK hat das auf seiner Klausurtagung am 18. Juni diskutiert und hierzu ein Positionspapier zur „Stärkung der Attraktivität des Berufsbildes der ZFA“ beschlossen. Dieses ist ein erster Baustein eines Maßnahmenbündels zur berufspolitischen Aufarbeitung der Delegation, das u. a. eine Novellierung der über 15 Jahre alten ZFA-Ausbildungsverordnung und eine berufsrechtliche Neubewertung des BZÄK-Delegationsrahmens umfasst. Die (Landes-)Zahnärztekammern entwickeln darüber hinaus seit vielen Jahren zahlreiche Initiativen zur Steigerung der Attraktivität des Berufes und zur Gewinnung von Bewerbungen für eine Ausbildung. Die BZÄK unterstützt, fördert den Austausch und koordiniert diese Aktivitäten der (Landes-)Zahnärztekammern im Rahmen von Koordinierungskonferenzen. Nicht zuletzt spielt auch die leistungsgerechte Bezahlung der ZFA in den Praxen eine Rolle, um sich im Kanon der konkurrierenden Berufsbilder behaupten zu können.

Der bisherige Ausbildungsweg zur Dentalhygienikerin ist gerade durch die Wartezeiten bedingt lang (ca. 7 Jahre) und teuer (um 10.000 Euro für beide notwendigen Aufstiegsfortbildungen). Demgegenüber stehen recht bescheidene Verdienstmöglichkeiten. Gibt es Bestrebungen diesen Ausbildungsweg attraktiver zu gestalten?

DMD Henner Bunke: Das stimmt nicht ganz, denn eine Verkürzung des Qualifikationsweges von der ZFA zur DH ist schon seit 2009 möglich, soweit die Fortbildung in modularer Struktur angeboten wird. Schauen Sie sich beispielsweise die Qualifizierung zur DH in Baden-Württemberg an: Wer die Hochschul- oder Fachhochschulreife hat, bekommt als Auszubildende zur Zahnmedizinischen Fachangestellten bereits parallel die Möglichkeit, DH-Fortbildungsinhalte zu absolvieren. Die Ausbildung zur ZFA dauert zwei Jahre, der Weg zur DH 3,5 Jahre. Dies kann sich mit akademischen Qualifizierungswegen absolut vergleichen und stellt eine praxisorientierte Alternative zum Studium dar. Die Kosten bewegen sich deutlich unterhalb eines Studiums, da die Ausbildung berufsbegleitend organisiert ist.

Eine akademische Ausbildung an FH und Hochschule müsste die bestehende, dual angelegte Ausbildung durch die Landeskammern nicht unbedingt ersetzen, sondern könnte alternativ bestehen. Sind Sie offen für eine solche Vielfalt der Ausbildungswege?

DMD Henner Bunke: Über die Bachelor-DH soll wohl hauptsächlich ein eigenständiges Berufsbild kreiert werden, das es bislang in Deutschland nicht gibt. Dazu wird auch ein Bedarf für die DH postuliert, zum Beispiel in der Alterszahnmedizin, und ein Markt für ein eigenständiges Berufsbild DH suggeriert, den es so ebenfalls nicht gibt. An den deutschen Universitäten scheint das Bestreben, eine DH-Ausbildung anzubieten, auch von zu erwartenden Nebeneinnahmen beeinflusst zu werden.

Da die Fortbildungsinstitute der (Landes-)Zahnärztekammern seit Jahrzehnten hervorragende DH-Fortbildungskurse für berufserfahrene und mit einer soliden dreijährigen Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten ausgestattete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anbieten, halte ich den Bachelor-Studiengang Dentalhygiene für überflüssig. Mit dem Bachelor-Studiengang wird eine höhere Qualifikation suggeriert, was sich aber aufgrund des hohen praktischen Anteils in der Kammerfortbildung in der Praxis in das Gegenteil verkehrt. Die Zahnärztekammern stehen klar zur DH als Aufstiegsfortbildung für ausgebildete und fortgebildete Zahnmedizinische Fachangestellte, die sich mit ihrem hohen Praxisanteil bewährt hat.

Werden Bachelor-DHs für den Zahnarzt teurer?

DMD Henner Bunke: Davon ist auszugehen. Und nicht nur für den Zahnarzt, sondern auch für den Patienten.

Wäre aus Ihrer Sicht eine Konkurrenz zwischen Bachelor-DH und Zahnarzt zu erwarten?

DMD Henner Bunke: Der Blick ins Ausland zeigt die Folgen von solchen Experimenten auf: In den Niederlanden wurde die Ausbildung der Zahnärzte zugunsten einer vermehrten Ausbildung von akademisierten DHs reduziert***. Jetzt gibt es Schwierigkeiten in der zahnmedizinischen Versorgung der Patienten. Das sorgt bei unseren Nachbarn für viel Aufregung. Und ich sage ganz klar, dass eine Akademisierung das Fachkräfteproblem nicht lösen wird. Es besteht die Gefahr, dass ein eigenes Berufsbild DH geschaffen und eine Selbstständigkeit angestrebt wird. Das nutzt beiden Seiten wenig. Zudem läge die Behandlungsverantwortung nicht mehr in einer Hand, was für den Patientenschutz nachteilig wäre.

In einem vollverschulten Universitätsstudium, teilweise gemeinsam mit angehenden Zahnärzten, mit dem Patientenklientel einer Uniklinik würde eine Dentalhygienikerin theoretisch und praktisch einen hohen Stand erreichen (so geplant von Prof. Schlagenhauf, siehe DDHV-Journal 1/2016). Vielleicht benötigt der niedergelassene allgemeine Zahnarzt eine so versierte Fachkraft nicht unbedingt. Für Spezialpraxen für Parodontologie und Zahnkliniken wäre eine Bachelor-DH aber sicherlich eine gute Sache. Was steht dem entgegen?

Das wären dann die schon angesprochenen holländischen Verhältnisse. Hier haben die Zahnmediziner ihre Regelstudienzeit angehoben, um sich deutlich von den Bachelor-Dentalhygienikern abzugrenzen.

Über den Sinn einer Akademisierung lässt sich, wie über vieles, diskutieren. Entscheidend ist das praktische Können der ausgebildeten Mitarbeiter – und die Wirksamkeit im Praxisalltag. Derzeit gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass es Vorteile im Hinblick auf eine bessere Versorgung über den Weg der Akademisierung gibt. In der Regel ist sie teurer als eine praxisorientierte Kammerfortbildung.

Fast alle Universitäten leiden an Patientenmangel für die klinische Ausbildung ihrer Zahnmedizinstudenten, das würde analog auch für akademische DHs gelten. Vermutlich würden den Zahnmedizinstudenten noch notwendige Patientenfälle durch DH-Studenten entzogen. Auch hier ist die Qualifizierung der berufsbegleitenden Kammer-DHs nach meiner Einschätzung ausführlicher, mit deutlich mehr Praxisanteilen und daher nachhaltiger.

Quellen:

*Jordan AR, Micheelis W (Hrsg) Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V). Deutscher Ärzteverlag (DÄV), Köln 2016.

**Positionspapier der BZÄK vom 29. Februar 2016; „Fakten zur beruflichen Aus- und Weiterbildung der ZFA sowie zur Delegation zahnärztlicher Leistungen“

***Anmerkung der Redaktion: Die Niederlande haben den Beruf der Dentalhygienikerin akademisiert: Der „Bachelor fu?r Dentalhygiene“ wird an verschiedenen holländischen Universitäten angeboten. In den Niederlanden und der Schweiz kann sich eine DH in eigener Praxis niederlassen. Zur Problematik in den Niederlanden: Schmitt S. (2015): Selbstständige Dentalhygieniker – nur noch eine Frage der Zeit? DFZ 06, Springer-Medizin-Verlag: 30-31; Pressemitteilung der Associatie Nederlandse Tandartsen (ANT) vom 7.6.2016


Nachgefragt bei: Dentalhygienikerin Karolin Staudt

 

Pro oder Kontra Akademisierung? Das ist nicht entscheidend, solange die Patienten gut versorgt sind, meint DH Karolin Staudt vom zahnmedizinischen Fortbildungszentrum Stuttgart.

  • DH Karolin Staudt.

  • DH Karolin Staudt.

Reicht das Angebot an qualifizierten Fachkräften für die Prävention, insbesondere für die UPT, derzeit aus?

Karolin Staudt: Unter den aktuellen gesundheits- und vertragspolitischen Rahmenbedingungen für die Prävention (im Sinne der Primärprävention, d. h. der Vermeidung von Erkrankungen bei Gesunden) ganz offensichtlich: ja.

Schwieriger zu beantworten ist die Frage nach der Unterstützenden Parodontalen Therapie (UPT). Hierbei handelt es sich ja um eine Maßnahme der Tertiärprävention, d. h. bei ehemals Erkrankten (z. B. Zustand nach einer systematischen Parodontaltherapie) soll eine Wiedererkrankung verhindert werden; eine völlig andere Ausgangssituation!

Solange in Deutschland lediglich knapp 20 systematische Parodontalbehandlungen pro Jahr und Praxis abgerechnet werden*, reicht die Anzahl der für die Nachsorge entzündlicher Parodontalbehandlungen besonders qualifizierten Dentalhygienikerinnen ganz offensichtlich aus. Tatsächlich arbeiten die meisten Dentalhygienikerinnen in mehreren Praxen, weil bei einer durchschnittlichen Anzahl von 5 PAR-Patienten pro Quartal eine Dentalhygienikerin allein durch die Nachsorge von Parodontitispatienten nicht ausgelastet werden könnte.

Die aktuellen Daten der Mundgesundheitsstudie V** zeigen allerdings eine Veränderung der epidemiologischen Situation ? ein „Mehr“ an parodontologischer Versorgungsnotwendigkeit wird automatisch ein „Mehr“ an qualifizierten Fachkräften zur Folge haben.

Der bisherige berufsbegleitende Fortbildungsweg (Aufstiegsfortbildung) zur Dentalhygienikerin, der vor allem über die Landeszahnärztekammern organisiert wird, ist relativ lang und relativ teuer. Es gibt bereits einige Neuerungen an Ihrem Fortbildungszentrum: Die Ausbildung kann von Abiturienten schneller durchlaufen werden und ein neuer Studiengang zur DH Professional wird angeboten. Sollte sich die Ausbildung grundsätzlich weiter verändern?

Karolin Staudt: Teuer ist nicht richtig – ganz abgesehen davon, dass es allein im Kammerbereich eine Vielzahl von Angeboten gibt, die sich von den Gebühren doch sehr unterscheiden. Und was die Dauer betrifft: Es geht doch nicht um einen Wettbewerb in der Geschwindigkeit, sondern der Qualität! Und Qualität braucht Zeit! Der Patient wird es danken! Was würden Sie (als Patient!) sagen, wenn das Medizinstudium um die Hälfte verkürzt wird, nur damit die Kosten für den Steuerzahler halbiert werden? Die Inhalte der Fortbildung ändern sich permanent – im Gleichklang mit den medizinischen Erkenntnissen. Von Zeit zu Zeit werden auch strukturelle Anpassungen notwendig – oberstes Ziel ist aber immer der Nutzen für den Patienten!

Sind Sie für eine Akademisierung der Ausbildung oder dagegen?

Karolin Staudt: Diese Problematik existiert für mich nicht. Viele Wege führen nach Rom! Entscheidend ist das Ergebnis der Aus- bzw. Fortbildung.
Die Rahmenbedingungen werden durch das Zahnheilkundegesetz vorgegeben – es ist unerheblich, auf welche Weise die Qualifikation erworben wird.

Wäre aus Ihrer Sicht eine Konkurrenz zwischen Bachelor-DH und Zahnarzt zu erwarten?

Karolin Staudt: Warum? Der Tätigkeitsbereich ist durch das Zahnheilkundegesetz klar abgegrenzt! Ein gutes Beispiel ist die Situation in der Schweiz! Dort existieren ca. 2.000 Dentalhygienikerinnen und ca. 5.000 Zahnärzte ohne Probleme nebeneinander!

Haben Zahnärzte vielleicht sogar Angst vor der Bachelor-DH?

Karolin Staudt: Diese Frage müssten Sie Zahnärzten stellen.

Können Sie sich selbstständige DHs in Deutschland als Zukunftsvision vorstellen?

Karolin Staudt: Was verstehen Sie unter „selbstständig“? Aktuell ist es ja schon so, dass die meisten Dentalhygienikerinnen in mehreren Praxen arbeiten – auf der Basis unterschiedlicher Geschäftsmodelle, u. a. „freiberuflich“. Eine Selbstständigkeit im Sinne „eigener Praxisräume“ ist natürlich grundsätzlich vorstellbar. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen wäre es „keine gute Geschäftsidee“. Auch hier helfen die Zahlen aus der Schweiz: Nach 42 Jahren Ausbildung zur DH in der Schweiz sind dort weniger als 5 % der Dentalhygienikerinnen selbstständig tätig!

Und wie sieht es mit den „Kammer-DHs“ aus? Fürchten sie die Konkurrenz der akademisch ausgebildeten DHs?

Karolin Staudt: Warum sollen sie? Sie „dürfen am Patienten“ genauso viel/ genauso wenig. Warum stellen Sie die Frage nicht andersherum? Allein der Ausbildungsweg macht es nicht! Was nützt mir die beste theoretische Ausbildung bei zwei linken Händen? Letztlich entscheidet der Patient! 

An der Universität Würzburg studieren demnächst vielleicht Zahnmediziner und DHs gemeinsam. Das wäre eine gute Grundlage für die spätere Zusammenarbeit am Patienten. Wie stellen Sie sich diese idealerweise vor?

Karolin Staudt: Gute Teamarbeit ist die Grundlage jeder erfolgreichen Zusammenarbeit am Patient. Dies gilt nicht nur für Dentalhygienikerinnen! Ein allgemeingültiges Ideal lässt sich hier nicht beschreiben – die Zusammenarbeit hängt auch sehr stark von den jeweiligen Persönlichkeiten/Persönlichkeitstypen ab: Wenn sich die gegenseitigen Stärken und Schwächen ergänzen bzw. ausgleichen – das wäre eine runde Sache!

Quellen:

*KZBV-Jahrbuch: Eine Millionen Fälle bei ca. 53.000 Praxen.

**Jordan AR, Micheelis W (Hrsg) Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V). Deutscher Ärzteverlag (DÄV), Köln 2016.

 

Wir danken allen Interviewpartnern!


Gibt es den goldenen Weg zur DH-Qualifikation – oder führen alle Wege nach Rom?

Derzeit befindet sich die Ausbildung zum/r DentalhygienikerIn (DH) im Wandel. So wird seit 2014 von der praxisHochschule in Köln ein DH-Studiengang mit Bachelorabschluss angeboten; der erste hierzulande. In einigen europäischen Ländern (z. B. Niederlande, Schweiz, Schweden) und in den USA, dem „Geburtsland“ der DH, ist die DH-Ausbildung grundsätzlich an Hochschulen (Fachhochschule, College oder Universität) angesiedelt. Manche Landeszahnärztekammern reagieren nun, indem sie ihre „Aufstiegsfortbildungen“ anpassen. Begleitend findet eine mitunter sehr emotional geführte Diskussion über Vor- und Nachteile der Akademisierung und der Etablierung eines eigenständigen Berufsbildes statt.


 

 

 


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