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Prof. Dr. Ulrich Schiffner mit der Tholuck-Medaille ausgezeichnet

25.10.2018

Der Preisträger der Tholuck-Medaille 2018, Prof. Dr. Ulrich Schiffner und Dr. Christian Rath vom Verein für Zahnhygiene e.V. nach der Verleihung im Kloster Banz.
Der Preisträger der Tholuck-Medaille 2018, Prof. Dr. Ulrich Schiffner und Dr. Christian Rath vom Verein für Zahnhygiene e.V. nach der Verleihung im Kloster Banz.

Stehende Ovationen für den diesjährigen Preisträger der Tholuck-Medaille 2018, Prof. Ulrich Schiffner, bei der diesjährigen Preisverleihung des Vereins für Zahnhygiene e.V. (VfZ).

Die Erforschung der Kariesepidemiologie, Kariesätiologie und Kariesprophylaxe sowie die praktische Umsetzung in Prophylaxemodelle bei Kindern und Jugendlichen in großem Stil sind nur einige von vielen Themen, um die sich Prof. Schiffner in den vergangenen Jahrzehnten verdient gemacht hat. „Nicht zuletzt hat die Jury, welche aus ehemaligen Preisträgern besteht, ebendiese Verankerung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Praxis im Wirken von Prof. Schiffner begeistert und überzeugt“, so Christian Rath, Geschäftsführer des Vereins für Zahnhygiene e.V.

Seit Beginn seiner Tätigkeit in den frühen 1980er-Jahren begleitete Prof. Schiffner unzählige epidemiologische Untersuchungen, wobei hierbei stets über die Deskription der Karies hinausgehend direkte Bezüge zu Präventionsmaßnahmen herausgearbeitet wurden. Zahlreiche Publikationen zu verschiedenen Aspekten der Kariesprophylaxe, die Mitgestaltung der Leitlinie zur Kariesprophylaxe mit Fluoriden oder die Karieserhebungen für die Deutschen Mundgesundheitsstudien waren Teil der zahnmedizinisch-wissenschaftlichen Tätigkeit von Prof. Schiffner.

In seiner Preisträger-Rede ging Prof. Schiffner auf aktuelle Herausforderungen und Chancen in der Kariesprävention bei Kleinkindern ein. Die große Herausforderung sei unbestritten der nur verhaltene Rückgang der Karies im Kleinkindalter. Als Chancen hob Prof. Schiffner folgende vier Elemente hervor:

  1. Das neu gestaltete U-Heft (Untersuchungsheft), bei dem ein frühzeitiger Verweis vom Kinderarzt zur zahnärztlichen Untersuchung erfolgen kann. Schiffner appellierte an alle Kolleginnen und Kollegen, die sich aus den frühen Kontakten ergebenden Chancen zu nutzen. Wichtige Inhalte der frühen Erstkontakte sollten die Motivation der Eltern zum Putzen der Kinderzähne ab dem ersten Milchzahn unter Verwendung einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta sowie das Absetzen der Saugerflasche spätestens im Alter von 12 Monaten sein.
  2. Die präventive Fluoridlack-Applikation im Milchzahngebiss für Kleinkinder mit erhöhtem Kariesrisiko.
  3. Die Empfehlung zum Fluoridgehalt in Kinderzahnpasten wurde aktualisiert. Für Kinder bis zum Alter von 2 Jahren wird jetzt die zweimal tägliche Verwendung einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid empfohlen, von der eine reiskorngroße Menge auf die Zahnbürste aufgetragen werden soll.
  4. Das Zähneputzen muss Teil eines präventiven Gesamtkonzeptes sein. Die Reduktion des Zuckerkonsums erziele nicht nur positive Effekte auf die Karieslast, sondern auch auf andere Bereiche wie z.B. Adipositas-Prävention.

Prof. Schiffner wies außerdem darauf hin, dass diese Maßnahmen allein wenig für die Verbesserung der Milchzahnkaries ausrichten können. Ein ebenso wichtiger Faktor sei auch die Vermittlung der Maßnahmen und die Aufklärung zum Thema Milchzahnkaries. Und hier komme auch dem Verein für Zahnhygiene eine große Bedeutung zu, der seit vielen Jahrzehnten wissenschaftliche Erkenntnisse in Aufklärungsmaterial einpflege werden und dieses dann bei den Eltern und Kindern ankomme.

Über die Auszeichnung

Die Auszeichnung ist nach dem Frankfurter Obermedizinalrat Dr. Hans-Joachim Tholuck (1880-1972) benannt. Seit dem Jahr 1973 wird sie vom Verein für Zahnhygiene e.V. an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die zahngesundheitliche Prophylaxe verdient gemacht haben.

Quelle: Verein für Zahnhygiene e. V.  

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