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Praktikerpreis der DGPZM verliehen

Prävention als Praxiskonzept

29.05.2019

DGPZM-Auszeichnung für präventive Praxiskonzepte (v. l.): Dominic Jäger, MSc., Dr. Nadine Strafela-Bastendorf, Dr. Lutz Laurisch.
DGPZM-Auszeichnung für präventive Praxiskonzepte (v. l.): Dominic Jäger, MSc., Dr. Nadine Strafela-Bastendorf, Dr. Lutz Laurisch.

Die Deutsche Gesellschaft für Präventivzahnmedizin hat den von Ivoclar Vivadent gestifteten Preis für präventionsorientierte Praxiskonzepte zu gleichen Anteilen an zwei Bewerber verliehen.

In ihrem Vortrag auf dem ersten Kongress der DGPZM am 17. und 18. Mai in Düsseldorf nannte Dr. Nadine Strafela-Bastendorf (Eislingen) ihre Motivation und ihr Ziel: die restaurative Zahnheilkunde überflüssig zu machen. Bei vielen Patienten gelingt dies ihr und ihrem Team mit einem systematischen Recall-Konzept und der Guided Biofilm Therapy (GBT) [1].

Zentraler Baustein ist nach Diagnostik, Risikoanalyse und Patienteninstruktion eine professionelle Zahnreinigung, bei der der Biofilm vor Beginn und zusätzlich nach der Maßnahme angefärbt wird. Eine in ihrer Praxis durchgeführte Studie zeigt, dass mit dieser Methode dreimal mehr Plaque entfernt wird als ohne vorangehendes Anfärben [2]. Wird gemäß dem GBT-Protokoll zunächst Airflow angewendet, dauert die Zahnreinigung zudem nur etwa halb so lange wie bei vorangehender Anwendung von Ultraschall [3].

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die auf alte und pflegebedürftige Patienten ausgerichtete Praxis des Oralchirurgen Dominik Niehues, MSc. (Geseke). Mitarbeiter Dominik Jäger, MSc., wie Niehues Spezialist für Senioren-Zahnmedizin, präsentierte in Düsseldorf das Konzept.

Betreut werden auf der Basis von 4 Kooperationsverträgen mit Pflegeheimen 800 Patienten, entweder „an der Bettkante“ oder in der Praxis. Deren Ausrichtung ist laut Jäger klar präventiv, um durch orale Gesundheit die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Hinzu kommen zuhause betreute Patienten in einem von der Universität Köln wissenschaftlich begleiteten Projekt. Jäger betonte, dass Pflegekräfte als Partner verstanden werden sollten und dass Organisation und Kommunikation – mit Angehörigen, ärztlichen Kollegen und zur Aspirations-Vorbeugung auch mit Logopäden – den größten Teil der Arbeitszeit einnehmen.

Jan H. Koch

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Literaturhinweise:

[1] Strafela-Bastendorf N, Bastendorf KD. zahnärztliche mitteilungen 2016;106:82-86.

[2] Bastendorf KD, Strafela-Bastendorf N, Mann P. Plaque N Care 2016;2:91-93.

[3] Kim MJ, Noh H, Oh HY. International Journal of Dental Hygiene 2015;13:125-131.


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